Riffschutz kann Ernährung für Millionen sichern
Der Schutz und die Wiederherstellung von Korallenriffen sind entscheidend für nachhaltigen Fischfang und globale Ernährungssicherheit.
Korallenriffe gehören zu den artenreichsten Ökosystemen der Erde. Sie liefern Millionen Menschen Nahrung, Einkommen und Lebensgrundlagen. Allerdings sind viele Riff-Fischbestände weltweit stark überfischt. Eine aktuelle Studie in PNAS untersucht, welche Zuwächse an nachhaltiger Nahrung und Fischfang möglich wären, wenn diese Bestände wieder aufgebaut würden.
Zustand der Riff-Fischbestände
Die Untersuchung zeigt, dass zahlreiche Fischpopulationen unter ihrem potenziellen Ertrag liegen. Dies bedeutet nicht nur geringere Fangmengen, sondern auch einen Verlust wichtiger Nährstoffe für Menschen, die stark auf Fisch als Proteinquelle angewiesen sind. Besonders stark betroffen sind Regionen in Afrika und Südostasien, in denen Hunger und Mangelernährung verbreitet sind.
Potenzielle Ertragssteigerung
Die Ergebnisse der Studie verdeutlichen, dass eine Wiederherstellung der Bestände zu einer Erhöhung des nachhaltigen Fischfangs um fast 50 % führen könnte. Auf Länderebene könnten so zwischen 20.000 und 162 Millionen zusätzliche Fischportionen pro Jahr gewonnen werden. Dies entspricht der Versorgung von bis zu 1,4 Millionen Menschen mit dem empfohlenen Fischkonsum.
Zeitrahmen und notwendige Maßnahmen
Damit die Bestände vollständig wiederhergestellt werden können, muss die Biomasse vieler Riff-Fischarten etwa verdoppelt werden. Je nach Zustand der Bestände und Art der Bewirtschaftung beträgt die geschätzte Erholungszeit zwischen 6 und 50 Jahren. Ein erfolgreicher Wiederaufbau erfordert effektives Fischereimanagement, Schutzgebiete und die Unterstützung lokaler Gemeinschaften.
Bedeutung für Ernährungssicherheit
Der Wiederaufbau von Riff-Fischbeständen ist nicht nur ein ökologisches Anliegen, sondern auch ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung von Hunger und Mangelernährung. Besonders in Regionen, in denen Fisch einen Großteil der tierischen Proteinzufuhr ausmacht, könnten verbesserte Bestände die Ernährungssicherheit deutlich steigern.
(red)
