Straßenbeleuchtung verlängert Pollensaison
Pflanzen richten sich nach Tag-Nacht-Zyklen, doch nächtliches künstliches Licht lässt sie länger Pollen produzieren.
Künstliches Licht in der Nacht ist längst als Gefahr für Zugvögel und Meeresschildkröten bekannt. Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass es auch Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben könnte. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Pflanzen, die nächtlichem Licht ausgesetzt sind, länger Pollen produzieren – ein Faktor, der saisonale Allergien verschärfen kann.
Rhythmus der Pflanzen
Pflanzen orientieren sich an der Länge von Tag und Nacht, um wichtige Entwicklungsphasen wie Blüte und Pollenproduktion zu steuern. In Städten stört künstliches Licht diesen natürlichen Rhythmus. Die Forscher analysierten Daten aus dem Nordosten der Vereinigten Staaten, die Lichtverschmutzung und Pollenbelastung über mehrere Jahre miteinander verglichen. Dabei zeigte sich deutlich, dass Pflanzen in hell beleuchteten Gebieten früher mit der Pollenproduktion beginnen und später aufhören.
Frühere Blüte, längere Saison
Die Folgen für Allergiker sind spürbar. Während in dunkleren Regionen die Pollensaison relativ kurz bleibt, erleben Menschen in beleuchteten Städten eine deutlich längere Phase mit hoher Pollenbelastung. Besonders in Metropolen wie New York oder Philadelphia verlängert sich die Saison spürbar, unabhängig von Temperatur oder Niederschlag.
Stadtplanung und Gesundheit
Die Studie liefert damit ein bislang wenig beachtetes Puzzleteil: künstliches Licht wirkt als eigenständiger Faktor auf ökologische Rhythmen und beeinflusst die Gesundheit von Menschen. Für Städte und Gemeinden bedeutet das, dass Lichtplanung künftig nicht nur aus Sicherheits- oder Energiegründen betrachtet werden sollte, sondern auch aus gesundheitlicher Sicht. Weniger oder gezielter eingesetztes Licht könnte helfen, die Belastung durch Pollen zu reduzieren und Allergikern das Leben zu erleichtern.
(red)