Wenn die Donau zufriert: Die MS Eisvogel hält Wiens Hafen offen

Die MS Eisvogel ist seit 70 Jahren im Einsatz und ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheits- und Betriebsinfrastruktur des Hafen Wien, einem Unternehmen der Wien Holding.

15.01.2026 15:57
sgnambs
© WH / Bohmann
520 PS treiben das Schiff voran

Erstmals seit 2017 zeigen sich wieder großflächige Eisflächen auf der Donau – und mitten im Hafen Wien geht ein bewährtes Arbeitstier in den Dauereinsatz: der Eisbrecher MS Eisvogel. Bei anhaltenden Minusgraden frieren die Hafenbecken innerhalb eines Tages zu, bei noch kälteren Temperaturen kann das Eis innerhalb weniger Stunden massiv verdichten. Um Schiffe vor gefährlichem Eisdruck zu schützen und den Betrieb aufrechtzuerhalten, bricht die Eisvogel derzeit alle zwei Tage die Eisflächen in den Häfen Freudenau, Albern und Lobau.

Eisbrecher im Dauereinsatz: Technik, Kraft und Erfahrung

Mit ihren 32 Metern Länge, 6,5 Metern Breite und 80 Tonnen Gewicht arbeitet die MS Eisvogel im Schritttempo durch die Eisplatten. Die beiden Dieselmotoren mit insgesamt 520 PS treiben das Schiff voran, während der bis zu 12 Millimeter starke Stahlrumpf die harten Eiskanten abwehrt. Wird das Eis noch dicker, kann das Schiff rund 30 Tonnen Wasserballast aufnehmen, sich auf die Eisdecke heben und sie mit seinem Gewicht zerbrechen – bis zu 60 Zentimeter dickes Eis sind so kein Problem. Kapitän Michael Schopf erinnert sich: „Zuletzt war das 1985 nötig, bei tagelangen Minus 20 Grad. Dann vibriert der ganze Schiffskörper, das Heckwasser schäumt auf und das Eis bricht laut knirschend in Stücke.“

Die MS Eisvogel zerbricht das Eis mit ihrem Eigengewicht

Winterbetrieb im Hafen Wien sichern

Die MS Eisvogel ist seit 70 Jahren im Einsatz und ein unverzichtbarer Bestandteil der Sicherheits- und Betriebsinfrastruktur des Hafen Wien, einem Unternehmen der Wien Holding. Rund ein Drittel der jährlich etwa 1.000 abgefertigten Frachtschiffe kommt auch in den Wintermonaten in die Häfen, zusätzlich überwintern rund 25 Donaukreuzfahrtschiffe fest vertaut in der Freudenau. Die Eisvogel sorgt dafür, dass diese Schiffe jederzeit eisfrei bleiben und schützt zugleich die Rümpfe vor Schäden. Kaufmännischer Geschäftsführer Fritz Lehr betont: „Zieht eine massive Kaltfront über Wien, ist die Eisvogel der Garant dafür, dass Frachtschiffe ungehindert den Kai erreichen und liegende Schiffe vor schweren Schäden bewahrt bleiben.“

Ganzjährig im Einsatz: Sicherheit, Versorgung und Wirtschaft

Doch die Eisvogel ist nicht nur im Winter gefragt. Ganzjährig kommt sie auch als Berge- und Feuerlöschschiff zum Einsatz und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit im Hafenbereich. Auf einer Fläche von rund drei Millionen Quadratmetern arbeiten etwa 5.000 Menschen in den rund 200 im Hafen angesiedelten Unternehmen. Die reibungslose Funktion der Hafeninfrastruktur sichert nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Versorgung der Stadt und den Ablauf der Wirtschaft.

Die MS Eisvogel ist seit 70 Jahren im Einsatz

Tradition trifft moderne Infrastruktur

Die MS Eisvogel zeigt eindrucksvoll, wie wichtig langfristige Planung und gut ausgestattete Infrastruktur sind. Das Schiff ist ein ständiger Garant dafür, dass der Hafen Wien – als größter öffentlicher Donauhafen Österreichs – auch unter extremen Bedingungen zuverlässig funktioniert. Leise, schwer und robust hält es die Donau für Schifffahrt und Güterverkehr offen und beweist, dass Tradition, Technik und vorausschauendes Management Hand in Hand gehen.

www.wienholding.at

 

(Entgeltliche Schaltung)

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