Meereszyklen beeinflussen Verteilung von Dürren

Trotz zunehmender Dürren weltweit verhindern natürliche Klimamuster wie El Niño und La Niña, dass Trockenheit gleichzeitig auf allen Kontinenten auftritt.

11.03.2026 12:17
red04
© Adobe Stock
Natürliche Klimamuster verhindern, dass sich extreme Dürrekatastrophen global gleichzeitig entwickeln.

Dürren gehören zu den gravierendsten Folgen des Klimawandels und können Menschen, Landwirtschaft und Ökosysteme weltweit stark beeinträchtigen. Doch neue Forschungsergebnisse aus Communications Earth & Environment zeigen, dass Dürren trotz ihrer Zerstörungskraft selten gleichzeitig auf der ganzen Welt auftreten. Historische Daten von 1901 bis 2020 belegen, dass selbst in besonders trockenen Jahren nur ein kleiner Teil der Landfläche gleichzeitig von Dürren betroffen ist. Selbst in extremen Trockenperioden waren lediglich zwischen 1,8 und 6,5 Prozent der Landmasse gleichzeitig betroffen. Das bedeutet, dass extreme Dürren in einer Region nicht automatisch zu gleichzeitigen Katastrophen in anderen Teilen der Welt führen.

Rolle von El Niño und La Niña

Ein entscheidender Faktor für die Begrenzung globaler Dürren sind ozeanische Klimamuster wie El Niño und La Niña. Diese Phänomene beeinflussen, wo Dürren besonders stark auftreten und wie weit sie sich ausbreiten. Während El Niño-Jahre dazu führen, dass Dürren in bestimmten Regionen konzentriert auftreten, sorgen La Niña-Jahre für eine eher verstreute Verteilung und verhindern, dass sich Trockenheit global gleichzeitig ausbreitet. Die natürlichen Schwankungen in der Ozean-Atmosphäre wirken somit wie eine Bremse für die gleichzeitige Entstehung von Dürren auf der ganzen Welt.

Klimawandel synchronisiert nicht

Die globale Erwärmung erhöht das Risiko für Dürren insgesamt, doch sie sorgt nicht automatisch dafür, dass sie gleichzeitig auf der ganzen Welt auftreten. Regionale Niederschlagsmuster und die ozeanische Variabilität begrenzen, wie stark Dürren global synchronisiert sein können. Die Forschung zeigt damit, dass die Auswirkungen des Klimawandels zwar spürbar sind, aber natürliche Klimamuster verhindern, dass sich extreme Dürrekatastrophen global gleichzeitig entwickeln.

Auswirkungen auf Ernährungssicherheit

Für die globale Lebensmittelversorgung sind diese Erkenntnisse besonders wichtig. Gleichzeitige Dürren in mehreren Anbauregionen könnten massive Engpässe verursachen, doch die Studie zeigt, dass dies durch die natürlichen Klimamechanismen seltener geschieht, als bisher angenommen. Dieses Wissen hilft, Risiken besser einzuschätzen und Maßnahmen gezielter zu planen, um Ernährungssicherheit und Versorgung auch unter wechselhaften klimatischen Bedingungen zu gewährleisten.

(red)

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