Meereis in Antarktis liegt wieder nahe dem Mittelwert

2026 zeigt die Meereisausdehnung in der Antarktis bis jetzt eine leichte Erholung im Vergleich zu den Vorjahren, wobei einzelne Regionen stärker betroffen sind.

11.03.2026 14:44
red04
© Adobe Stock
In den letzten Jahren war der Tiefstand des antarktischen Meereises deutlich niedriger als in früheren Jahrzehnten.

Die antarktische Meereisausdehnung hat im Jahr 2026 nach Angaben der National Snow and Ice Data Center (NSIDC) ihren jährlichen Tiefpunkt bereits erreicht. Am 26. Februar betrug die Meereisausdehnung rund 2,58 Millionen Quadratkilometer, womit sie den 16. niedrigsten Wert in der 48-jährigen Satellitenbeobachtungsreihe markiert. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1981 bis 2010 liegt dieser Wert etwa 260.000 Quadratkilometer unter dem Mittelwert, aber 730.000 Quadratkilometer über dem Rekordtief vom 21. Februar 2023.

Einfluss von Wetterbedingungen

Forscher erklären, dass die Entwicklung 2026 durch besondere meteorologische Bedingungen geprägt war. Trotz eines unterdurchschnittlichen Eises in weiten Teilen des Jahres führten starke Winde aus dem Süden im Jänner und Februar dazu, dass sich das Eis im Weddellmeer ausdehnte. Dies bremste den Rückgang des Meereises und führte zu einem Tiefstand, der näher am langjährigen Mittel liegt als in den vergangenen Jahren. Die Messungen sind vorläufig, und weitere Veränderungen sind in den kommenden Wochen möglich.

Vergleich zu den Vorjahren

In den letzten Jahren war der Tiefstand des antarktischen Meereises deutlich niedriger als in früheren Jahrzehnten. Im Jahr 2025 erreichte die Ausdehnung nur etwa 1,98 Millionen Quadratkilometer und gehörte damit zu den niedrigsten Werten seit Beginn der Satellitenaufzeichnungen 1979. Die Entwicklung 2026 zeigt, dass es auch Jahre mit relativer Erholung geben kann, und verdeutlicht die große jährliche Variabilität der Meereisdaten.

Bedeutung für die Klimaforschung

Die antarktische Meereisausdehnung ist ein wichtiger Indikator für Veränderungen im Erdsystem. Sie beeinflusst die Strahlungsbilanz der Erde, die Meeresströmungen und die Ökosysteme der Polarmeere. Obwohl das Meereis im Jahr 2026 wieder näher am Durchschnitt liegt, zeigen einzelne Jahre allein keinen langfristigen Trend. Fortlaufende Messungen sind notwendig, um den Einfluss von Winden, Ozeantemperaturen und atmosphärischen Bedingungen auf die Meereisentwicklung besser zu verstehen.

(red)

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