Grünflächen in Österreichs Städten ungleich verteilt

Satellitendaten machen sichtbar, wie stark sich der Grünanteil in den Zentren der österreichischen Städte unterscheidet.

11.05.2026 13:17
red04
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Die Satellitendaten zeigen, dass Grünflächen in zentralen Stadtbereichen oft nur punktuell vorkommen – etwa in Innenhöfen, kleineren Parks oder entlang von Straßen.

In vielen Städten spielen Grünflächen längst eine wichtige Rolle für Lebensqualität und Stadtklima. Wie unterschiedlich stark Österreichs Landeshauptstädte tatsächlich begrünt sind, zeigt eine aktuelle Auswertung, die auf einer Analyse von Greenpeace basiert. Grundlage dafür waren Satellitendaten, mit denen der Anteil an Vegetation in den jeweiligen Stadtzentren berechnet wurde.

Unterschiede im Stadtzentrum deutlich sichtbar

Die Untersuchung macht vor allem eines deutlich: Die Landeshauptstädte unterscheiden sich stark darin, wie viel Grün im dicht bebauten Zentrum vorhanden ist. Am meisten Grün im Stadtkern weist Bregenz auf. Dort besteht rund 38 Prozent der Fläche im Zentrum aus Vegetation. Auch Linz und Graz schneiden vergleichsweise gut ab, mit jeweils über 30 Prozent Grünanteil. Im Mittelfeld liegen Städte wie Salzburg, Klagenfurt und Eisenstadt, die jeweils knapp unter 30 Prozent erreichen. Am unteren Ende der Liste stehen Innsbruck mit etwa 25 Prozent, St. Pölten mit rund 25,3 Prozent und Wien mit 26,3 Prozent Grünanteil im Stadtzentrum.

Fokus auf dicht bebaute Bereiche

Betrachtet wurden in der Analyse ausschließlich die zentralen Stadtgebiete, also jene Bereiche, in denen besonders viele Menschen leben, arbeiten und sich aufhalten. Gerade dort ist der Anteil an versiegelten Flächen meist hoch. Die Satellitendaten zeigen, dass Grünflächen in diesen Bereichen oft nur punktuell vorkommen – etwa in Innenhöfen, kleineren Parks oder entlang von Straßen. Größere zusammenhängende Grünräume liegen dagegen häufig außerhalb der inneren Stadtzonen.

Bedeutung für das Stadtklima

Ein zentrales Thema der Auswertung ist die Wirkung von Grünflächen auf das Stadtklima. Versiegelte Flächen wie Asphalt und Beton speichern Wärme und tragen dazu bei, dass sich Städte im Sommer stark aufheizen. Vegetation wirkt diesem Effekt entgegen. Besonders Bäume können die Umgebungstemperatur spürbar senken, während auch kleinere Grünflächen bereits einen messbaren Kühlungseffekt haben. In dicht bebauten Stadtteilen kann der Unterschied zwischen begrünten und versiegelten Flächen mehrere Grad betragen.

Strukturelle Unterschiede zwischen den Städten

Die Ergebnisse zeigen auch, dass die Verteilung von Grünflächen stark von der Stadtstruktur abhängt. Einige Städte verfügen über größere Grünräume im Zentrum oder eine insgesamt lockerere Bebauung, während andere deutlich dichter gebaut sind. In Wien etwa trägt der große Grünraum am Stadtrand zwar zur Gesamtbilanz bei, die innerstädtischen Bezirke bleiben jedoch vergleichsweise stark versiegelt. In kleineren Städten wie Bregenz oder Graz ist Grün dagegen stärker in zentrale Bereiche integriert.

Einheitliche Datengrundlage

Erstellt wurde der Vergleich auf Basis von Satellitenbildern, die den Anteil an Vegetation innerhalb klar abgegrenzter Stadtkerne messen. Diese Methode ermöglicht einen direkten Vergleich zwischen den Städten, unabhängig von administrativen Definitionen oder lokalen Erhebungen. Die Analyse liefert damit einen Überblick darüber, wie stark die einzelnen Landeshauptstädte im Zentrum tatsächlich begrünt sind – und wo Unterschiede besonders deutlich ausfallen.

(red)

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