Weltbienentag: Experten warnen vor Gefahren
Tierärzte und Umweltschützer fordern besseren Schutz für Bienenvölker und weniger bienenschädliche Pestizide.
Anlässlich des Weltbienentages am 20. Mai weist die Österreichische Tierärztekammer (ÖTK) auf die zentrale Bedeutung gesunder Bienenvölker für Landwirtschaft, Biodiversität und Ernährungssicherheit hin. Gleichzeitig zeigt ein aktueller Test der Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000, dass weiterhin zahlreiche als „bienenfreundlich“ deklarierte Pflanzen mit bienengefährdenden Pestiziden belastet sind.
Die ÖTK betont, dass sich die Anforderungen an die Bienenhaltung in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben. Höhere Bestandsdichten, internationale Warenströme sowie eingeschleppte Parasiten und Krankheiten erhöhen den Druck auf die Bienenvölker. Besonders die Varroamilbe gilt weiterhin als eine der größten Bedrohungen. Deshalb fordert die Tierärztekammer eine stärkere veterinärmedizinische Betreuung von Bienen und verweist auf spezielle Fortbildungsprogramme für Tierärztinnen und Tierärzte im Bereich der Bienenmedizin.
Moderne Bienenmedizin umfasse heute weit mehr als die Behandlung einzelner Krankheiten. Dazu zählen laut ÖTK auch wissenschaftliche Datenauswertungen, neue Diagnoseverfahren sowie die praktische Betreuung von Bienenvölkern auf Basis aktueller Forschungsergebnisse. Gesunde Bienen seien nicht nur für die Honigproduktion wichtig, sondern für das gesamte Ökosystem und die Lebensmittelversorgung.
Parallel dazu untersuchte GLOBAL 2000 gemeinsam mit der Arbeiterkammer Oberösterreich erneut bienenfreundlich gekennzeichnete Pflanzen auf Pestizidrückstände. Zwar zeigte sich im Vergleich zu früheren Untersuchungen eine Verbesserung, dennoch wurden auf rund einem Drittel der getesteten Pflanzen hoch bienengiftige Pestizide festgestellt. Insgesamt fanden die Experten 41 verschiedene Pestizide auf 23 Pflanzenproben.
Besonders kritisch bewertet GLOBAL 2000 den Nachweis von Pestiziden, die in der EU gar nicht mehr zugelassen sind. Diese gelangen laut der Organisation über Importe aus Drittstaaten dennoch auf den europäischen Markt. Die Umweltschützer fordern daher strengere Kontrollen sowie klare gesetzliche Vorgaben für pestizidfreie Zierpflanzen.
Sowohl die Tierärztekammer als auch GLOBAL 2000 sehen dringenden Handlungsbedarf, um Bienenvölker langfristig zu schützen. Neben wissenschaftlicher Betreuung und moderner Bienenmedizin brauche es vor allem konsequente Maßnahmen gegen bienenschädliche Pestizide und mehr Verantwortung entlang der gesamten Produktionskette.
APA/Red.