Österreichs Klimapfad laut OECD unzureichend
Der OECD-Umweltprüfbericht sieht Österreich nicht auf Kurs zur Erreichung der EU-Klimaziele bis 2030.
Österreich wird im am heutigen Freitag veröffentlichten Umweltprüfbericht der OECD 2026 als nicht auf Kurs bewertet, um seine Klimaziele rechtzeitig zu erreichen. Sollte das Land die Vorgaben der Europäische Union für das Jahr 2030 verfehlen, könnten erhebliche finanzielle Belastungen entstehen. Um den kostenintensiven Zukauf von Emissionszertifikaten zu vermeiden, wäre laut Bericht eine deutlich beschleunigte Reduktion der Emissionen notwendig – mehr als doppelt so schnell wie im Schnitt der vergangenen sechs Jahre.
Emissionsentwicklung und Zielpfad bis 2030
Die Treibhausgasemissionen Österreichs (ohne Berücksichtigung der Landnutzung) sind im Zeitraum von 2010 bis 2024 um 22 Prozent zurückgegangen. Für das Erreichen des EU-Ziels bis 2030 wäre jedoch, ausgehend vom Stand 2024, ein weiterer Rückgang um 31 Prozent erforderlich. Als zentrale Emittenten nennt der Bericht vor allem die Industrie mit einem Anteil von 36 Prozent sowie den Verkehr mit 29 Prozent. Gleichzeitig basiert die Energieversorgung des Landes weiterhin zu rund 60 Prozent auf fossilen Energieträgern.
Mögliche Kosten bei Zielverfehlung
Bei einer Nichterreichung der verbindlichen Vorgaben im Rahmen der EU-Lastenteilungsverordnung müsste Österreich Emissionszuteilungen von anderen EU-Mitgliedsstaaten zukaufen. Laut Berechnungen von Experten könnten sich diese Ausgleichszahlungen bis 2030 auf 1,6 bis 5,9 Milliarden Euro belaufen. Da die europäischen Klimaziele in den kommenden Jahren weiterhin verschärft werden dürften, könnten die potenziellen Kosten im Zeitraum bis 2040 auf bis zu 9,5 Milliarden Euro ansteigen.
Unterschiedliche Ausgangslagen
Daten der Europäischen Umweltagentur zeigen, dass mehrere EU-Staaten derzeit davon ausgehen, ihre Klimaziele zu übertreffen. Dazu zählen unter anderem Griechenland, Portugal, Tschechien, die Slowakei, Spanien und Luxemburg. Diese Länder könnten künftig als potenzielle Anbieter von Emissionszertifikaten auftreten. Der Bericht verweist in diesem Zusammenhang auf die Systematik der EU-Zielverteilung: Die nationalen Reduktionsziele werden unter anderem am Bruttoinlandsprodukt pro Kopf orientiert berechnet. Dadurch haben wirtschaftlich schwächere Mitgliedstaaten geringere Reduktionsvorgaben als wohlhabendere Länder wie Österreich, das vergleichsweise stärkere Emissionssenkungen leisten muss.
Fortschritte beim Ausbau erneuerbarer Energien
(APA/red)