Studie zeigt sinkende Grundwasserstände
Eine neue Studie warnt vor sinkenden Grundwasserpegeln in Österreich – als Folge steigender Temperaturen und zunehmender Verdunstung im Zuge des Klimawandels.
Eine aktuelle Zwischenauswertung der Studie „Wasser im Klimawandel“ zeigt deutliche Veränderungen im österreichischen Wasserhaushalt. Demnach sind die Grundwasserstände in den vergangenen rund 15 Jahren im Schnitt um 30 bis 50 Zentimeter gesunken. Verantwortlich dafür sind vor allem höhere Temperaturen und eine dadurch verstärkte Verdunstung.
Die Untersuchung wurde im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums durchgeführt und von Fachleuten der TU Wien, der Geosphere Austria, der Universität Graz sowie der BOKU Wien erstellt. Endgültige Ergebnisse sollen im November vorgelegt werden.
Laut den Forschenden hat sich der Wasserhaushalt in Österreich in den vergangenen Jahrzehnten deutlich verändert. Zwar blieb die jährliche Niederschlagsmenge insgesamt relativ konstant, jedoch verschoben sich die Muster. Während es zwischen 1980 und 2010 zu einer Zunahme der Verdunstung kam, hat sich dieser Trend zuletzt etwas abgeschwächt – vor allem, weil die Böden bereits trockener sind.
Insgesamt führte die höhere Temperaturentwicklung seit 1900 zu einem deutlichen Anstieg der Verdunstung und zu veränderten Vegetations- und Wasserzyklen. Besonders betroffen sind Regionen im Osten und Süden Österreichs sowie teilweise Salzburg, wo lokal niedrigere Grundwasserstände und geringere Flusspegel beobachtet werden.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betonte, dass Österreich derzeit zwar keine akuten Wasserknappheiten habe, die Entwicklung jedoch ein „sorgsameres Wassermanagement“ erfordere. Geplant sei unter anderem ein bundesweites Wasserentnahmeregister sowie der Ausbau der Wasserinfrastruktur.
Umweltorganisationen wie WWF und Greenpeace fordern dagegen stärkere Maßnahmen zum Wasserrückhalt in der Landschaft, weniger Bodenversiegelung und den Schutz natürlicher Ökosysteme wie Feuchtgebiete und Auen.
APA/Red.