Mehrheit fordert Ausbau der Stromversorgung
Steigende Energieunsicherheit erhöht die Zustimmung zu Investitionen in Stromerzeugung, Netze und erneuerbare Energien.
Eine deutliche Mehrheit der Österreicherinnen und Österreicher spricht sich für einen weiteren Ausbau der heimischen Stromversorgung aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag des Branchenverbandes Oesterreichs Energie. Demnach befürworten 67 Prozent der Befragten einen Ausbau der Stromerzeugung – ein Anstieg um acht Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.
Laut Oesterreichs Energie dürfte die gestiegene Zustimmung mit den jüngsten Entwicklungen auf den internationalen Energiemärkten zusammenhängen. Die aktuelle Energieunsicherheit habe das Bewusstsein für eine sichere und unabhängige Stromversorgung erneut verstärkt.
Auch beim Stromnetz sehen viele Handlungsbedarf: 57 Prozent der Befragten halten einen weiteren Ausbau der Leitungsinfrastruktur für notwendig. Knapp ein Drittel ist der Meinung, dass die bestehenden Netze ausreichend sind, während nur eine kleine Minderheit keinen Investitionsbedarf sieht.
Erstmals seit Beginn der Erhebung steht für die Bevölkerung ein möglichst günstiger Strompreis an erster Stelle. Die bisher dominierende Forderung nach einer sicheren und unterbrechungsfreien Versorgung wurde damit vom Kostenaspekt überholt. Der neue Präsident von Oesterreichs Energie, Michael Baminger, führt dies auf die Erfahrungen der vergangenen Energiekrisen sowie die hohe Verlässlichkeit der österreichischen Stromversorgung zurück.
Deutlich zugenommen hat auch die Akzeptanz von Windkraftanlagen. Besonders beliebt bleiben jedoch Wasserkraft, Photovoltaik und Geothermie. Baminger sieht darin ein verändertes gesellschaftliches Bewusstsein für die Energiewende, verweist aber gleichzeitig auf mögliche Nutzungskonflikte und unterschiedliche Interessen in den betroffenen Regionen.
Positiv entwickelt hat sich zuletzt auch das Ansehen der Stromanbieter. Nachdem die starken Preissteigerungen der vergangenen Jahre das Vertrauen vieler Kundinnen und Kunden belastet hatten, bewerten mittlerweile 79 Prozent ihren Energieversorger als kundenfreundlich. Damit hat sich das Image der Branche in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.
Die Umfrage zeigt insgesamt, dass die Bevölkerung Investitionen in Energieversorgung und Infrastruktur zunehmend als notwendig erachtet, um Versorgungssicherheit, Preisstabilität und die Energiewende langfristig zu gewährleisten.
APA/Red.