Umweltinitiativen drängen auf Grundwasserschutz

Mit einem Antrag an das Umweltministerium verlangen Umweltorganisationen strengere Regeln zum Schutz des Grundwassers.

18.06.2026 10:13
red04
© APA/GEORG HOCHMUTH
Neben der Erfassung von Wasserentnahmen fordern die Organisationen einen bundesweiten Notfallplan für Dürreperioden.

Die Umweltinitiativen CLAW und Ökobüro haben beim Umweltministerium einen Antrag für einen umfassenderen Schutz des Grundwassers eingebracht. Anlass ist die derzeitige Arbeit des Ministeriums an einem Wasserentnahmeregister. Nach Ansicht der beiden Organisationen sollte dieses die Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie vollständig umsetzen. Konkret verlangen CLAW und Ökobüro eine nachvollziehbare Erfassung von Grundwasserentnahmen sowie einen verbindlichen Notfallplan für Dürreperioden.

Genaue Erfassung des Wasserverbrauchs

Österreich deckt seinen Trinkwasserbedarf vollständig aus Grund- und Quellwasser. Nach Angaben der Umweltorganisationen wird derzeit zwar dokumentiert, welche Wassermengen maximal entnommen werden dürfen, nicht jedoch der tatsächliche Verbrauch. Die Kontrollen erfolgen demnach überwiegend stichprobenartig. Aus Sicht von CLAW und Ökobüro sollte künftig laufend und öffentlich nachvollziehbar erfasst werden, wer wie viel Grundwasser tatsächlich entnimmt. Als besonders problematisch werden Hausbrunnen genannt, die auch von landwirtschaftlichen Betrieben genutzt werden. Diese seien nicht im Wasserbuch erfasst, wodurch die tatsächlichen Entnahmemengen vielfach unbekannt blieben. Die Organisationen argumentieren, dass erst auf Basis genauer Verbrauchsdaten überprüft werden könne, ob bewilligte Wassermengen noch dem tatsächlichen Bedarf entsprechen.

Verweis auf EU-Vorgaben

CLAW-Gründerin und Rechtsanwältin Michaela Krömer verwies auf die zunehmenden Auswirkungen der Klimakrise auf die Wasserversorgung. Auch in Österreich komme es mittlerweile zu Engpässen. Eine genaue Messung der Wasserentnahmen sei zwar kein unmittelbarer Schutz für die Ressource, bilde jedoch die Grundlage für einen effizienten Umgang mit Wasser. Ökobüro-Geschäftsführer und Umweltjurist Gregor Schamschula betonte, dass die Erfassung tatsächlicher Wasserentnahmen sowie der Schutz der Grundwasservorkommen bereits in der EU-Wasserrahmenrichtlinie vorgesehen seien. Nach seiner Darstellung fehlen derzeit sowohl umfassende Daten zu den tatsächlichen Entnahmen als auch ein verbindlicher Plan für Trockenperioden.

Bundesweiter Notfallplan gefordert

Neben der Erfassung von Wasserentnahmen fordern die Organisationen einen bundesweiten Notfallplan für Dürreperioden. Dieser soll regeln, welche Nutzungen bei Wasserknappheit Vorrang haben und wie die Bevölkerung rechtzeitig über mögliche Einschränkungen informiert wird. Zwar existieren laut den Antragstellern bereits strategische Konzepte wie der Trinkwassersicherungsplan, eine rechtlich verbindliche Verordnung für den Umgang mit Trockenperioden fehle jedoch bislang. Nach Ansicht von CLAW und Ökobüro sollen klare und frühzeitig festgelegte Regeln dazu beitragen, auf Phasen mit geringer Wasserverfügbarkeit vorbereitet zu sein und Nutzungskonflikte zu vermeiden.

(APA/red)

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