Die Städte in Österreich werden heißer

Grünflächen wirken in österreichischen Städten als wichtiger Faktor zur Reduktion von Hitze in dicht bebauten Bereichen.

22.06.2026 13:50
red04
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Versiegelte Flächen speichern Wärme über den Tag hinweg und geben sie nur langsam wieder ab.

In vielen österreichischen Städten wird die zunehmende sommerliche Hitze in den dicht bebauten Bereichen immer deutlicher spürbar. Besonders in Stadtzentren, in denen Asphalt, Beton und wenig Vegetation dominieren, können sich hohe Temperaturen länger halten und verstärken. Eine aktuelle Analyse von Greenpeace zeigt nun Unterschiede zwischen 80 österreichischen Städten im Hinblick auf Grünanteil und Hitzebelastung.

Untersuchung anhand von Satellitendaten

Die Auswertung basiert auf Satellitendaten, die den Anteil an Grünflächen in den Zentren von 80 Städten mit mehr als 10.000 Einwohnern in Österreich vergleichen. Dabei wurde untersucht, wie stark versiegelte Flächen und begrünte Bereiche jeweils vertreten sind. Insgesamt zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Städten. Während einige urbane Räume einen vergleichsweise hohen Anteil an Bäumen, Parks und anderen Grünflächen aufweisen, sind andere deutlich stärker versiegelt.

Hitzebelastung in zahlreichen Stadtzentren

In 27 der untersuchten 80 Städte wurde eine erhöhte Hitzebelastung in den zentralen Bereichen festgestellt. Diese entsteht vor allem dort, wo dichte Bebauung und ein hoher Versiegelungsgrad zusammentreffen. Versiegelte Flächen speichern Wärme über den Tag hinweg und geben sie nur langsam wieder ab. Dadurch können sich sogenannte städtische Wärmeinseln bilden, die besonders in den Sommermonaten zu höheren Temperaturen im Vergleich zum Umland führen.

Bedeutung von Grünflächen für Stadtklima

Die Analyse zeigt zugleich, dass der Grünanteil in den Städten eng mit der lokalen Temperaturentwicklung zusammenhängt. Bäume, Parks und begrünte Flächen wirken temperaturausgleichend, da sie Schatten spenden und durch Verdunstung Kühlung erzeugen. Städte mit einem höheren Anteil an Vegetation weisen laut der Auswertung tendenziell geringere Hitzebelastungen in ihren Zentren auf, während stark versiegelte Bereiche stärker betroffen sind.

Unterschiede zwischen den Regionen

Auffällig sind regionale Unterschiede innerhalb Österreichs. Einige Städte in westlichen und ländlicher geprägten Regionen schneiden bei der Begrünung besser ab als dicht bebaute urbane Zentren in anderen Landesteilen. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in der jeweiligen Hitzebelastung wider. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Gestaltung von Stadtflächen einen direkten Einfluss auf das lokale Mikroklima hat. Versiegelung und fehlende Vegetation tragen zur Erwärmung urbaner Räume bei, während Grünstrukturen diesen Effekt abmildern können. Damit wird die Rolle von Stadtplanung und Flächenaufteilung für die Entwicklung urbaner Hitze deutlich sichtbar, insbesondere vor dem Hintergrund häufiger werdender sommerlicher Hitzewellen.

(PA/red)

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