Teurer Sprit rückt Öl-Abhängigkeit in Fokus
Rekordpreise für Diesel und Benzin erhöhen den Kostendruck und sorgen zugleich für neue Diskussionen über den Verbrauch fossiler Energie im Verkehr.
Die Preise für fossile Treibstoffe steigen in Österreich weiter. Diesel kostete am gestrigen Mittwoch laut E-Control im Schnitt 2,268 Euro pro Liter und damit mehr als beim bisherigen Höchststand im März 2026. Superbenzin lag bei 1,959 Euro und damit 14 Cent unter dem bisherigen Rekord aus dem Juni 2022. Seit Beginn des Iran-Kriegs sind die Preise laut ÖAMTC um rund 50 Cent pro Liter gestiegen. Einen ähnlich starken Anstieg gab es zuletzt Anfang 2022 nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Auch in Deutschland erreichte Diesel gestern mit durchschnittlich 2,453 Euro pro Liter einen neuen Höchststand.
Öl-Abhängigkeit wird wieder sichtbar
Die Entwicklung zeigt erneut, wie stark die Mobilität von den Preisen fossiler Energieträger und damit von internationalen Krisen abhängig ist. Während ÖAMTC und Vertreter der Transportwirtschaft angesichts der hohen Kosten staatliche Entlastungen fordern, setzen Umweltorganisationen auf eine Verringerung des Treibstoffverbrauchs. Der ÖAMTC spricht sich unter anderem für eine EU-weite Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne sowie eine Senkung von Mineralölsteuer und CO₂-Bepreisung aus. Die Transportwirtschaft fordert ebenfalls Maßnahmen gegen die steigenden Energiekosten. In Italien und Frankreich gebe es bereits Rückvergütungen für den gewerblichen Verkehr.
Weniger Verbrauch statt billigerer Treibstoff
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) setzt dagegen bei der Reduktion des Verbrauchs an. Vorgeschlagen werden unter anderem Kampagnen zum Spritsparen, ein schnellerer Umstieg auf Elektrofahrzeuge und mehr Unterstützung für Beschäftigte bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Auch der WWF sieht im Ausbau des öffentlichen Verkehrs einen Ansatz, um die Abhängigkeit des Verkehrs von Öl zu verringern. Die aktuellen Preissteigerungen machen damit nicht nur die Kosten fossiler Mobilität sichtbar, sondern rücken auch die Frage nach Alternativen zum Verbrennungsmotor wieder stärker in den Mittelpunkt.
(APA/red)
