Mehr Geld für Österreichs Energienetze
Für den Ausbau von Energienetzen und Speichern stehen künftig auch für kleinere Projekte günstige Finanzierungen zur Verfügung.
Für den Ausbau der österreichischen Energieinfrastruktur stehen künftig auch für kleinere Projekte günstige öffentliche Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Das Finanzministerium und die Oesterreichische Kontrollbank (OeKB) erweitern ihre bisherigen Programme auf Investitionen in Übertragungs- und Verteilnetze sowie Speicherlösungen ab zwei Millionen Euro. Insgesamt umfasst das Maßnahmenpaket vorerst zwei Milliarden Euro an Finanzierungen und Haftungen.
Auch kleinere Projekte werden unterstützt
Bereits im Februar hatten BMF und OeKB mit der Exportinvest EVU ein Finanzierungsprogramm für großvolumige Investitionen von Energieversorgungsunternehmen gestartet. Gefördert werden damit unter anderem Investitionen in Übertragungs- und Verteilnetze sowie Produktions- und Speicherkapazitäten. Die Finanzierungssumme liegt dabei bei mindestens 100 Millionen Euro. Laut OeKB wurden bereits Finanzierungen von mehr als 300 Millionen Euro genehmigt. Nun wird die Unterstützung auf kleinere Vorhaben ausgeweitet. Über die Exportinvest Green Energy können Investitionen ab zwei Millionen Euro in Netze und Speicherlösungen finanziert werden. Damit sollen auch kleinere Energieversorgungsunternehmen, Stadtwerke und regionale Netzbetreiber Zugang zu den Finanzierungsmöglichkeiten erhalten.
Netzausbau als Teil der Energiewende
Der Ausbau der Stromnetze wird durch den wachsenden Anteil erneuerbarer Energie wichtiger. Neue Photovoltaik- und andere Erzeugungsanlagen müssen an die Netze angebunden werden, gleichzeitig steigt der Bedarf an Speichermöglichkeiten. Die OeKB verweist darauf, dass allein für den Ausbau der österreichischen Verteilernetze bis 2040 ein Investitionsbedarf von rund 44 Milliarden Euro erwartet wird. Die Finanzierungsmöglichkeiten sollen dazu beitragen, die Kosten für entsprechende Investitionen zu reduzieren.
Bund übernimmt bis zu 80 Prozent des Risikos
Zusätzlich wird das Angebot um Haftungen für Mezzaninkapital erweitert. Bei der neuen Exportinvest EVU Mezzanin übernimmt der Bund bis zu 80 Prozent des Risikos von langfristigem Mezzaninkapital. Dadurch sollen die Kosten für Nachrangkapital sinken und weitere Zinsvorteile für Netzbetreiber entstehen. Die Programme werden über das Ausfuhrförderungsgesetz abgewickelt. Nach Angaben des Finanzministeriums soll die Unterstützung dabei ohne zusätzliche Belastung des Budgets erfolgen.
Ziel sind niedrigere Netzkosten
Hinter den Maßnahmen steht auch die Frage nach den Kosten des Netzausbaus. Netzkosten machen einen wesentlichen Teil der Stromrechnung aus. Gleichzeitig ist der Ausbau der Infrastruktur notwendig, um mehr erneuerbare Energie in das Stromsystem integrieren zu können. Die günstigeren Finanzierungsmöglichkeiten sollen deshalb dazu beitragen, die Kosten des Ausbaus zu dämpfen. Ob und in welchem Ausmaß diese Vorteile letztlich bei den Stromkunden ankommen, bleibt zugleich eine Frage der Regulierung. Die Arbeiterkammer sieht hier insbesondere die E-Control gefordert, damit Netzbetreiber die verfügbaren günstigen Finanzierungen auch tatsächlich nutzen.
(APA/red)
