Energiepreise bilden Belastung für Unternehmen

Energiepreise, Finanzierungskosten und geopolitische Unsicherheiten belasten österreichische Unternehmen auch in den kommenden Jahren.

13.10.2026 11:24
red04
© Adobe Stock
Besonders energie- und kapitalintensive Unternehmen stehen vor hohen Kosten.

Die europäische Wirtschaft bleibt auch in den kommenden Jahren mit einem schwierigen Umfeld konfrontiert. Hohe Energiepreise, teure Finanzierung und geopolitische Unsicherheiten setzen Unternehmen unter Druck. Für Österreich kommt die schwache Entwicklung wichtiger Handelspartner wie Deutschland hinzu. Das zeigt der aktuelle Economic Outlook 2026–2028 von ACREDIA und Allianz Trade.

Schwaches Wachstum in Europa

Das globale Wirtschaftswachstum dürfte sich von 3,0 Prozent im Jahr 2025 auf 2,6 Prozent 2026 abschwächen. Für 2027 wird wieder ein Anstieg auf 2,8 Prozent erwartet. Die Eurozone wächst 2026 hingegen nur um 1,0 Prozent. Für Österreich ist die schwache europäische Konjunktur besonders relevant. Neben der verhaltenen Industrieentwicklung belasten hohe Energie- und Finanzierungskosten die Unternehmen.

Energie bleibt Kostenfaktor

ACREDIA und Allianz Trade rechnen für das vierte Quartal 2026 mit europäischen Gaspreisen von durchschnittlich rund 65 Euro je Megawattstunde. Erst 2027 wird eine Entspannung auf rund 36 Euro erwartet. Damit bleiben sowohl Produktions- als auch Finanzierungskosten eine Belastung. Besonders energie- und kapitalintensive Unternehmen stehen vor hohen Kosten. „Für österreichische Unternehmen bleibt das Umfeld anspruchsvoll. Hohe Energie- und Finanzierungskosten sowie geopolitische Unsicherheiten belasten Margen und Investitionen“, sagt Michael Kolb, CEO der ACREDIA Group.

Insolvenzen weiterhin auf hohem Niveau

In den ersten drei Quartalen 2026 wurden in Österreich 5.139 Firmeninsolvenzen registriert. Das entspricht einem leichten Anstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und rund 19 Insolvenzen pro Tag. Besonders betroffen sind unter anderem Handel, Bau sowie Gastronomie und Beherbergung. Für das Gesamtjahr erwarten ACREDIA und Allianz Trade dennoch eine leichte Entspannung. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen dürfte 2026 um fünf Prozent und 2027 um weitere neun Prozent zurückgehen. Das Insolvenzgeschehen bleibt damit dennoch auf hohem Niveau. Auch der globale Warenhandel entwickelt sich weiter, wobei die Nachfrage rund um künstliche Intelligenz ein wichtiger Wachstumstreiber ist. Gleichzeitig bremsen geopolitische Spannungen und Handelskonflikte. Für Unternehmen bleibt damit vor allem die Frage relevant, wie sich Kosten- und Forderungsrisiken begrenzen lassen. „Unternehmen können geopolitische Konflikte oder Energiepreise nicht beeinflussen. Sie können aber ihre Risiken aktiv steuern“, so Kolb.

(PA/red)

Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen