Winterzeit ist gesundheitlich im Vorteil
Spätere Sonnenaufgänge könnten den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus stärker beeinträchtigen als bislang angenommen.
Die Diskussion über die Abschaffung der Zeitumstellung dreht sich nicht nur darum, ob die Uhr künftig zweimal im Jahr verstellt werden soll. Entscheidend ist auch, welche Zeit dauerhaft gelten würde. Eine Analyse kanadischer Forscher kommt dabei zu einem klaren Ergebnis: Aus gesundheitlicher Sicht ist die ganzjährige Standardzeit, also die sogenannte Winterzeit, der dauerhaften Sommerzeit vorzuziehen. Die im Canadian Medical Association Journal veröffentlichte Untersuchung betrachtet unter anderem Schlaf, psychische Gesundheit, Leistungsfähigkeit und den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus. Dabei spielt das Tageslicht eine zentrale Rolle.
Licht am Morgen ist entscheidend
Bei einer dauerhaften Sommerzeit würde die Sonne vor allem in den Wintermonaten später aufgehen. Der Mensch müsste dann häufiger aufstehen, bevor es hell ist. Das kann die innere Uhr aus dem Takt bringen, die sich wesentlich am natürlichen Hell-Dunkel-Rhythmus orientiert. Die Forscher verweisen auf mögliche Folgen wie weniger Schlaf und eine geringere Leistungsfähigkeit. Auch für Gesundheit und psychisches Wohlbefinden kann ein dauerhaft verschobener Tagesrhythmus problematisch sein. Die Sommerzeit hat zwar den Vorteil, dass es abends länger hell bleibt. Aus medizinischer Sicht wiegt dieser Effekt laut Analyse jedoch weniger schwer als die Nachteile eines späteren Sonnenaufgangs. Wer die Zeitumstellung abschaffen möchte, sollte daher nach Einschätzung der Autoren die Standardzeit ganzjährig beibehalten.
(red)