Alternative Einäscherung gewinnt an Bedeutung

Water Cremation ist eine international wachsende Bestattungsoption, bei der Körper im Wasser-Alkali-Gemisch aufgelöst werden.

04.03.2026 11:48
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Im Vergleich zur klassischen Feuerbestattung wird bei der Water Cremation deutlich weniger Energie benötigt.

Water Cremation, auch bekannt als Resomierung oder alkalische Hydrolyse, ist eine alternative Methode zur traditionellen Feuer- oder Erdbestattung. In den letzten Jahren gewinnt sie in mehreren Ländern Aufmerksamkeit, da sie als zusätzliche Option für Bestattungen angeboten wird.

So funktioniert die Methode

Der Ablauf unterscheidet sich deutlich von klassischen Einäscherungen. Der Körper wird in einem geschlossenen Gefäß in eine Mischung aus Wasser und alkalischen Chemikalien gelegt. Unter Wärmeeinwirkung von etwa 150 °C lösen sich Gewebe und Organe innerhalb weniger Stunden auf. Übrig bleiben Knochenreste, die anschließend zu einer pulverähnlichen Substanz verarbeitet werden können. Diese „Asche“ kann bestattet, verstreut oder in Urnen aufbewahrt werden – ganz ähnlich wie bei herkömmlichen Feuerbestattungen.

Wasser statt Feuer

Ein zentraler Aspekt, warum Water Cremation zunehmend diskutiert wird, liegt im Bereich Nachhaltigkeit. Im Vergleich zur klassischen Feuerbestattung wird deutlich weniger Energie benötigt, da keine extrem hohen Temperaturen über lange Zeit erzeugt werden müssen. Außerdem entstehen keine direkten Emissionen von Schadstoffen, die beispielsweise aus Zahnfüllungen oder Medikamentenresten beim Einäscherungsprozess freigesetzt werden könnten. Für Menschen, die beim Abschied ökologische Faktoren berücksichtigen möchten, bietet Water Cremation daher eine alternative Möglichkeit, die Bestattung umweltfreundlicher zu gestalten.

Rechtliche Entwicklungen weltweit

Die Einführung von Water Cremation verläuft weltweit unterschiedlich. In Nordamerika ist das Verfahren in mehreren US-Bundesstaaten und in Kanada bereits zugelassen und wird aktiv angeboten. Auch in Australien, Neuseeland und Südafrika existieren entsprechende Einrichtungen. Ein aktueller Schritt wurde im März 2026 in Schottland gemacht: Das Parlament hat Water Cremation offiziell zugelassen. Damit ist Schottland das erste Land im Vereinigten Königreich, in dem dieses Verfahren gesetzlich geregelt ist. Die ersten Anlagen sollen noch im Laufe des Jahres in Betrieb gehen. In anderen europäischen Ländern, wie den Niederlanden, wurde Water Cremation ebenfalls in nationale Bestattungsgesetze aufgenommen. Gleichzeitig prüfen zahlreiche Regionen weitere gesetzliche Rahmenbedingungen, bevor das Verfahren eingeführt wird.

Akzeptanz und Entwicklung

Die Reaktionen auf Water Cremation sind unterschiedlich. In Ländern, in denen das Verfahren bereits eingeführt wurde oder zur Diskussion steht, zeigen Befragungen ein gemischtes Bild: Einige Menschen begrüßen die neue Möglichkeit, andere stehen ihr skeptisch gegenüber. In Schottland beispielsweise ergab eine öffentliche Konsultation, dass ein großer Anteil der Bevölkerung die Einführung unterstützt. In der Fachwelt wird die Methode als zusätzliche Option gesehen, die es Bestattungsunternehmen erlaubt, ihr Angebot zu erweitern und Menschen mehr Wahlmöglichkeiten beim Abschied zu geben.

(red)

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