Autofahrer fahren trotz hoher Spritpreise

Trotz deutlich gestiegener Benzin- und Dieselpreise fahren viele Menschen in Deutschland weiterhin ähnlich viel Auto wie zuvor.

16.03.2026 11:44
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Eine Auswertung des Verkehrsdatenspezialisten TomTom zeigt, dass die hohen Spritpreise bislang keinen messbaren Rückgang der Fahrleistung ausgelöst haben. Laut Analyse im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur wurde in den untersuchten Zeiträumen sogar etwas mehr gefahren.

Ein Sprecher des Unternehmens erklärte, dass die Daten keinen Hinweis darauf liefern, dass Autofahrer wegen der hohen Preise deutlich weniger unterwegs sind. Die leicht gestiegene Fahrleistung könnte stattdessen mit der üblichen Zunahme der Mobilität im Frühjahr zusammenhängen. Selbst wenn die höheren Kraftstoffpreise einen kleinen dämpfenden Effekt hätten, sei dieser in den Daten nicht erkennbar.

Ähnliche Ergebnisse gab es bereits kurz nach Beginn des Ukraine-Krieges, als die Spritpreise ebenfalls stark gestiegen waren. Auch damals ließ sich kein klarer Trend zu spritsparenderem Verhalten feststellen, etwa durch geringere Geschwindigkeiten auf Autobahnen.

Die Analyse basiert auf anonym erfassten Fahrdaten von mehreren Millionen Fahrzeugen. An drei Tagen Anfang März – zu einem Zeitpunkt, als die Preise bereits deutlich gestiegen waren – lag das Verkehrsaufkommen sogar einige Prozent über dem Niveau von Ende Februar, als die Preise noch niedriger waren.

Die Deutsche Bahn meldet dagegen eine gestiegene Nachfrage, vor allem im Fernverkehr. Nach Angaben des Unternehmens lagen die Buchungen in den letzten Tagen deutlich über den bisherigen Erwartungen, an einzelnen Tagen sogar bis zu zehn Prozent über dem Vorjahresniveau.

Im Regionalverkehr ist die Entwicklung laut Bahn schwieriger zu beurteilen, da dort mehrere Verkehrsunternehmen im Wettbewerb stehen. Auch der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) erklärte, für eine bundesweite Bewertung sei es derzeit noch zu früh.

Der Berliner Carsharing-Anbieter Miles konnte bislang ebenfalls keinen klaren Zusammenhang zwischen steigenden Spritpreisen und einer höheren Nachfrage feststellen. Grundsätzlich sei ein solcher Effekt jedoch möglich, da steigende Kosten für Versicherung, Wartung und Energie den Besitz eines eigenen Autos für viele Menschen schwerer kalkulierbar machen. Carsharing könne daher eine wirtschaftliche Alternative darstellen.

APA/Red.

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