Branche fordert mehr Geld für Heizkessel-Förderung
Vertreter der Heizungsbranche verlangen deutlich höhere staatliche Fördermittel, um den Umstieg auf erneuerbare Systeme zu beschleunigen.
Vertreter der Heizungs- und Energiebranche sprechen sich für eine deutliche Erhöhung der staatlichen Förderungen beim Austausch von Heizkesseln aus. In einem offenen Brief an die österreichische Regierung fordern sie, das jährliche Budget auf 500 Millionen Euro anzuheben. Ziel sei es, den Wechsel von Öl- und Gasheizungen hin zu klimafreundlicheren Alternativen wie Wärmepumpen oder Biomasseanlagen schneller voranzutreiben.
Nach Ansicht der Branche müssten jährlich mindestens 60.000 fossile Heizsysteme ersetzt werden, um den Ausstieg aus Erdöl und Erdgas zu schaffen. Aktuell stehen jedoch nur rund 360 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, wobei höchstens 30 Prozent der Investitionskosten gefördert werden. Frühere Förderprogramme waren deutlich großzügiger und deckten bis zu 75 Prozent ab. Zudem wurde die Unterstützung für thermische Sanierungen zuletzt gestrichen, sodass derzeit nur noch der Kesseltausch gefördert wird.
Die bisherigen Maßnahmen zeigen laut Branchenangaben wenig Wirkung: Während die Nachfrage nach erneuerbaren Heizsystemen im vergangenen Jahr deutlich zurückging, stieg der Absatz fossiler Heizungen sogar an. Noch immer nutzen rund 1,2 Millionen Haushalte in Österreich Öl oder Gas zum Heizen, was hohe Kosten für Energieimporte verursacht.
Vertreter der Branche warnen zudem vor möglichen weiteren Energiepreisschocks und betonen, dass stärkere Förderungen auch wirtschaftliche Vorteile bringen könnten. Durch Produktion und Installation der Anlagen würden zusätzliche Steuereinnahmen entstehen, die die Förderkosten teilweise ausgleichen könnten. Obwohl die Industrie ihre Kapazitäten bereits ausgebaut hat, werden diese derzeit nicht vollständig genutzt, und ein großer Teil der Produktion wird exportiert.
APA/Red.