Chronischer Schlafverlust betrifft Millionen
Jede dritte Person in Europa leidet an chronischen Schlafstörungen, mit erheblichen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Folgen.
Eine aktuelle Meta-Studie im European Journal of Neurology (EJN) zeigt, dass in Europa rund jede dritte Person unter chronischen Ein- oder Durchschlafstörungen leidet. An der Untersuchung waren auch österreichische Fachleute beteiligt. Neben dem gesundheitlichen Leid für die Betroffenen haben Schlafprobleme auch erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen. Die durch Schlafstörungen entstehenden Kosten werden für Europa auf etwa 400 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt. In Österreich belaufen sie sich auf rund zehn Milliarden Euro jährlich.
Verbreitung von Schlafstörungen
Die Untersuchung, die 47 Länder einschloss, macht deutlich, dass Schlafstörungen noch häufiger sind als bisher angenommen. Demnach leiden 18 Prozent der Bevölkerung an Schlaf-Apnoe und zehn Prozent an Schlaflosigkeit. Schlafprobleme belasten nicht nur die Gesundheit, sondern auch die Volkswirtschaft. Fast die Hälfte der Kosten entsteht durch direkte medizinische Behandlung, während die übrigen 52 Prozent durch indirekte Folgen wie Arbeitsausfälle oder Unfälle am Arbeitsplatz verursacht werden. Der Wiener Neurologe und Schlafmediziner Michael Saletu betont: „Schlafstörungen sind keine Bagatelle, sondern eine relevante Volkskrankheit mit erheblichen gesundheitlichen und volkswirtschaftlichen Folgen wie die aktuelle Hochrechnung zeigt.“ Saletu verweist außerdem auf die wachsende Bedeutung personalisierter Therapien in der Schlafmedizin.
Frauen besonders betroffen
Frauen leiden überdurchschnittlich häufig an Schlafproblemen, wie italienische Forschende bereits 2025 festgestellt haben. Hormonelle Veränderungen, etwa während des Menstruationszyklus, einer Schwangerschaft oder der Menopause, können die Schlafqualität erheblich beeinträchtigen und das Risiko für Arbeitsausfälle erhöhen. Fachleute empfehlen, die Ursachen für Schlafprobleme frühzeitig abklären zu lassen – seien es Stress, chronische Schmerzen oder hormonelle Veränderungen – und geschlechtsspezifische Unterschiede dabei zu berücksichtigen.
(APA/red)