CO₂-Bepreisung als Schlüssel der Klimapolitik

Das Aufschieben von Maßnahmen bringt Unsicherheit und gefährdet langfristig die Wirtschaft.

17.03.2026 9:25
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Die Klimaökonomin Sigrid Stagl, tätig an der Wirtschaftsuniversität Wien, sieht die Klimapolitik der Europäische Union derzeit auf einem widersprüchlichen Kurs. Zwar halte man offiziell an den Zielen des European Green Deal fest, in der Praxis würden jedoch zentrale Maßnahmen zunehmend abgeschwächt oder verzögert.

Stagl betont, dass Klima- und Umweltschutz keine Belastung, sondern eine Voraussetzung für langfristigen wirtschaftlichen Erfolg seien. Dennoch dominiere wieder das Argument, man könne sich diese Maßnahmen aktuell nicht leisten. Laut ihr ist das Gegenteil der Fall: Zahlreiche Studien zeigen, dass die Kosten des Nichthandelns deutlich höher sind als jene konsequenter Klimapolitik.

Ein zentrales Instrument ist für sie die CO₂-Bepreisung, etwa durch den Emissionshandel. Dieser sorge für realistischere Preise und verhindere wirtschaftliche Fehlentscheidungen. Verzögerungen oder politische Eingriffe würden hingegen Unsicherheit schaffen und Investitionen behindern. Auch die geplante Ausweitung auf weitere Bereiche wie Verkehr und Heizen hält sie für notwendig.

Kritisch sieht Stagl zudem bestehende Marktverzerrungen, etwa die fehlende Besteuerung von Flugbenzin oder günstige fossile Energien, die klimaschädliches Verhalten indirekt fördern. Gleichzeitig würden nachhaltigere Alternativen oft benachteiligt.

Insgesamt warnt sie davor, kurzfristige Interessen einzelner Branchen über langfristige wirtschaftliche Stabilität zu stellen. Für sie steht fest: Eine konsequente Klimapolitik stärkt Innovation und Wettbewerbsfähigkeit – während ein Zögern Europa eher schwächt.

APA/Red.

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