Einwegplastik dominiert Verschmutzung der Ozeane

Plastikmüll in den Meeren stammt überwiegend aus kurzlebigen Konsumgütern wie Flaschen und Verpackungen.

28.05.2026 16:34
red04
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In 93 Prozent der untersuchten Länder zählen Verpackungen, Flaschen sowie deren Verschlüsse zu den häufigsten Fundstücken.

An vielen Küsten weltweit gehören Plastikflaschen, Snackverpackungen und Tragetaschen längst zum Landschaftsbild. Schätzungen zufolge gelangen jedes Jahr rund 20 Millionen Tonnen Plastik in die Umwelt – über Land, Flüsse und schließlich auch in die Ozeane. Dort gefährdet der Abfall marine Ökosysteme, belastet Küstenräume und stellt ein Risiko für Tiere und andere Organismen dar.

Herkunft des Mülls

Eine in der Fachzeitschrift One Earth veröffentlichte Untersuchung versucht, die wichtigsten Verursacher der Plastikverschmutzung genauer zu bestimmen. Das Forschungsteam um Richard Thompson von der University of Plymouth betont, dass zwar das Ausmaß des Problems bekannt sei, bisher jedoch unklar gewesen sei, welche konkreten Produkte global betrachtet die Hauptrolle spielen. Für die Analyse wurden mehr als 350 wissenschaftliche Studien ausgewertet. Insgesamt flossen Daten aus 112 Ländern ein, in denen rund 86 Prozent der Weltbevölkerung leben. Untersucht wurde vor allem gut identifizierbarer Strandmüll, nicht jedoch Mikroplastik, das häufig durch den Zerfall größerer Kunststoffteile entsteht.

Einwegprodukte dominieren

Die Ergebnisse zeigen ein klares Muster: Die größten Anteile des Plastikmülls stammen aus dem Bereich kurzlebiger Alltagsprodukte. Besonders häufig sind Abfälle aus dem Lebensmittel- und Getränkesektor. In 93 Prozent der untersuchten Länder zählen Verpackungen, Flaschen sowie deren Verschlüsse zu den häufigsten Fundstücken. Daneben spielen Plastiksackerl und Zigarettenreste eine bedeutende Rolle. Plastiktüten machen in rund 39 Prozent der Länder einen der häufigsten Müllbestandteile aus, Zigarettenfilter folgen mit etwa 38 Prozent.

Ähnliche Muster weltweit

Die Untersuchung zeigt, dass sich die wichtigsten Quellen der Verschmutzung weltweit stark ähneln – unabhängig von wirtschaftlichen oder geografischen Unterschieden. Unterschiede treten vor allem in extremen Regionen auf: In der Arktis und Antarktis wurden vergleichsweise häufig Flaschen sowie Fischerei- und Angelmaterial gefunden. Als mögliche Ursache nennen die Forschenden die geringe lokale Bevölkerung und den Transport von schwimmfähigem Müll über Meeresströmungen, die Abfälle über große Distanzen in diese Gebiete bringen.

Wirksame politische Maßnahmen

Die Autoren der Studie verweisen auch auf politische Ansätze, die bereits Wirkung zeigen. In Regionen Afrikas und Asiens sind Plastiksackerl weit verbreitet, gleichzeitig haben einige Staaten durch Verbote deutliche Veränderungen erreicht. Länder wie Kenia, Tansania oder Mosambik gelten hier als Beispiele für strengere Regulierungen mit messbaren Effekten auf die Müllbelastung.

Ansatzpunkte für künftige Reduktion

Perspektivisch sehen die Forschenden vor allem an der Quelle der Produktion und Nutzung Handlungsbedarf. Maßnahmen wie Mehrwegsysteme, verbesserte Verpackungsdesigns oder Abgaben auf Einwegprodukte werden als mögliche Hebel genannt. Susan Jobling von der Brunel University London betont, dass strukturelle Veränderungen notwendig seien, um die Verschmutzung wirksam zu reduzieren. Nur wenn Herstellung und Verbrauch bestimmter Kunststoffprodukte sinken, lasse sich die langfristige Belastung der Umwelt eindämmen.

(APA/red)

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