Europa drohen deutlich größere Waldbrandflächen

Bis 2100 könnte sich die jährlich verbrannte Waldfläche in Europa unter ungünstigen Bedingungen nahezu verdreifachen.

21.08.2026 13:59
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Ein besseres Brandmanagement kann die Folgen zunehmender Feuergefahr erheblich begrenzen.

Waldbrände gehören in vielen Teilen Europas längst zum Sommer. Heiße und trockene Wetterlagen können Feuer begünstigen, zugleich verändern sich die Bedingungen durch den Klimawandel. Eine neue Studie hat nun untersucht, wie sich die verbrannte Fläche in Europa bis zum Ende des Jahrhunderts entwickeln könnte.

Bis zu 5,3 Millionen Hektar

Bei einem Szenario mit niedrigen Emissionen berechnet ein Modell für die Jahre 2070 bis 2100 einen Anstieg der verbrannten Fläche um rund 39 Prozent gegenüber dem Zeitraum 2000 bis 2030. Unter SSP3-7.0, das von deutlich höheren Emissionen ausgeht, steigt der Wert im Modell SPITFIRE um rund 192 Prozent. Die jährlich verbrannte Fläche würde damit von etwa 1,8 Millionen auf 5,3 Millionen Hektar wachsen. Das geht aus der in Global Change Biology veröffentlichten Studie hervor. Besonders stark könnte die Brandaktivität in Teilen Süd- und Mitteleuropas zunehmen. Ausschlaggebend ist vor allem das sogenannte Feuerwetter. Hitze und trockene Bedingungen schaffen günstigere Voraussetzungen für die Ausbreitung von Bränden.

Brandmanagement kann viel bewirken

Die Forscher haben neben dem Klima auch menschliche Einflüsse berücksichtigt. Dazu zählen unter anderem die Kapazitäten für Prävention und Brandbekämpfung. Werden diese im Modell weiter verbessert, fällt die verbrannte Fläche gegenüber Szenarien ohne solche Verbesserungen um 72 bis 92 Prozent geringer aus. Ganz auffangen lässt sich die zunehmende Brandgefahr damit allerdings nicht. Unter starkem Klimawandel nimmt die Feueraktivität den Berechnungen zufolge in rund 55 Prozent der europäischen Regionen mit bestehender Feuergefahr weiter zu, selbst wenn die Investitionen in das Brandmanagement auf dem heutigen Niveau bleiben.

Regionale Unterschiede

Auf regionaler Ebene spielen neben dem Wetter auch Veränderungen der Vegetation, der Landnutzung und der Bevölkerungsdichte eine Rolle. So kann die Aufgabe landwirtschaftlicher Flächen dazu führen, dass mehr Vegetation und damit zusätzliches Brennmaterial entsteht. Für die Studie wurden zwei unterschiedliche Brandmodelle verwendet. Sie kommen teilweise zu verschiedenen Ergebnissen. Die genannten Zahlen sind deshalb keine Vorhersage für einzelne Jahre oder Regionen, sondern Projektionen unter bestimmten Annahmen zur künftigen Klima- und Gesellschaftsentwicklung. Die Autoren kommen dennoch zu einem eindeutigen Schluss: Ein besseres Brandmanagement kann die Folgen zunehmender Feuergefahr erheblich begrenzen. Je stärker der Klimawandel ausfällt, desto schwieriger wird es jedoch, die zusätzlichen Risiken allein durch solche Maßnahmen auszugleichen.

(red)

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