Photovoltaik-Förderung steht vor Umbau
Ab 2027 soll die Photovoltaik-Förderung stärker auf Speicher und Energiemanagement ausgerichtet werden.
Die Förderung für Photovoltaikanlagen soll in Österreich ab 2027 neu gestaltet werden. Die bisherige breite Unterstützung für klassische kleine PV-Anlagen soll auslaufen. Stattdessen will das Wirtschaftsministerium den Schwerpunkt auf Speicher und Energiemanagement legen. Wirtschafts- und Energieminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) begründet die Neuausrichtung unter anderem mit den Erfahrungen des diesjährigen Hitzesommers. Dieser habe gezeigt, dass zusätzliche Speicherkapazitäten notwendig seien.
Stromüberschüsse zu Mittag
Hintergrund sind die starken Schwankungen bei der Stromerzeugung aus Photovoltaik. An sonnigen Tagen entsteht rund um die Mittagszeit viel Solarstrom, wodurch das Angebot den Bedarf teilweise deutlich übersteigen kann. In den Abendstunden fällt die PV-Erzeugung dagegen zurück, während der Stromverbrauch und damit auch die Preise steigen. Das Ministerium verwies auf den vergangenen Samstag als Beispiel. Zwischen 10 und 16 Uhr lag der durchschnittliche Großhandelspreis demnach bei 14 Euro pro Megawattstunde. Am Abend wurden rund 180 Euro pro Megawattstunde erreicht. Mehr Speicherkapazität soll dazu beitragen, den selbst erzeugten Strom zeitlich besser zu nutzen. Gleichzeitig sollen die Netze entlastet und teure Stromimporte verringert werden.
Neue Regeln für die Förderung
Mit der Reform der EAG-Investitionsförderung sind mehrere Änderungen geplant. Künftig sollen insbesondere Energiemanagementsysteme und intelligente Speicher unterstützt werden. Sie sollen den Eigenverbrauch erhöhen und gleichzeitig dazu beitragen, die Belastung der Stromnetze zu reduzieren. Auch für die nachträgliche Installation von Speichern bei bereits bestehenden PV-Anlagen sind finanzielle Anreize vorgesehen. Zusätzlich soll es einen Bonus geben, wenn bei zentralen Komponenten auf europäische Produktion gesetzt wird. Für kleine klassische PV-Anlagen soll es hingegen keine Förderung mehr geben. Weiterhin unterstützt werden sollen unter anderem gebäudeintegrierte Photovoltaikanlagen, Agri-PV, überdachte Parkplätze, schwimmende PV-Anlagen und Photovoltaik an Lärmschutzwänden.
Abschied vom bisherigen Vergabesystem
Auch das bisherige Prinzip der Fördervergabe soll sich ändern. Bei den vergangenen Fördercalls waren die verfügbaren Mittel teilweise innerhalb weniger Sekunden oder Minuten ausgeschöpft. Dieses sogenannte „First Come First Serve“-System soll künftig entfallen. Förderanträge sollen nach der Installation und der Rechnungslegung eingereicht werden können. Damit soll die Vergabe nach einem ähnlichen Prinzip wie beim Handwerkerbonus erfolgen. Der für 8. Oktober geplante dritte und letzte Fördercall dieses Jahres ist von der Änderung noch nicht betroffen. Er soll nach den bisherigen Regeln durchgeführt werden.
Minister fordert Änderungen bei Speichern
Hattmannsdorfer fordert zudem Anpassungen durch die E-Control bei den vorgesehenen Kriterien für sogenannte systemdienliche Speicher. Die Vorgaben dürften aus seiner Sicht den Ausbau der Speicherkapazitäten nicht unnötig erschweren. Ziel müsse es sein, Speicher so einzusetzen, dass sie das Stromnetz entlasten, heimischen Solarstrom besser nutzbar machen und Preisspitzen abfedern können, so der Minister.
(APA/red)