EZB warnt vor Risiken
Steigende Energiepreise erschweren der Notenbank die Sicherung stabiler Preise.
Ein anhaltender Anstieg der Energiepreise stellt die Europäische Zentralbank (EZB) vor große Herausforderungen. Laut Direktoriumsmitglied Frank Elderson entsteht ein Spannungsfeld: Maßnahmen gegen Inflation könnten die Wirtschaft bremsen, während unterstützende Maßnahmen das Preisniveau weiter erhöhen könnten.
Grundsätzlich können Zentralbanken kurzfristige Preisschocks ignorieren, solange sie keine dauerhafte Inflation auslösen. Wiederholte Energiepreisanstiege gefährden jedoch genau diese Stabilität, da sie Inflationserwartungen beeinflussen und längerfristigen Preisdruck erzeugen können.
Im Euroraum sind die Preise zuletzt deutlich gestiegen, unter anderem infolge geopolitischer Entwicklungen wie dem Iran-Krieg. Die Inflationsrate lag im März bei 2,5 Prozent und damit über dem Zielwert der EZB von 2,0 Prozent. Dadurch wächst der Druck, die Geldpolitik möglicherweise zu straffen.
Elderson betont, dass die starke Abhängigkeit Europas von fossilen Energieträgern ein zentrales Risiko darstellt. Diese führe zu wiederkehrenden Kosten und mache die Wirtschaft anfällig für externe Schocks. Als Lösung spricht er sich klar für den Ausbau erneuerbarer Energien aus. Eine erfolgreiche Energiewende könne dazu beitragen, die Abhängigkeit von volatilen globalen Märkten zu verringern und die Preisstabilität langfristig zu sichern.
Zudem unterstreicht er die Bedeutung bestehender Klimaziele und marktwirtschaftlicher Instrumente wie des Emissionshandels. Aus seiner Sicht stellt sich nicht mehr die Frage, ob sich Europa die Energiewende leisten kann – sondern vielmehr, ob es sich leisten kann, darauf zu verzichten.
APA/Red.