Fossile Energieabhängigkeit erhöht Versorgungsrisiken

Österreichs starke Abhängigkeit von Erdöl- und Erdgasimporten macht Energiepreise anfällig für geopolitische Krisen.

03.03.2026 9:57
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Österreich deckt mehr als 60 Prozent seines Energiebedarfs durch Importe. Diese Abhängigkeit betrifft vor allem Erdöl und Erdgas und konnte in den vergangenen Jahrzehnten nicht wesentlich reduziert werden. Dadurch reagiert die Energieversorgung empfindlich auf internationale Krisen. Der Angriff Russlands auf die Ukraine sowie die jüngsten militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran haben gezeigt, wie stark geopolitische Entwicklungen die Preise beeinflussen. An den Energiemärkten werden Risiken eingepreist, Lieferunterbrechungen führen unmittelbar zu Preisanstiegen.

Die Schwankungen bei Liefermengen und Preisen wirken sich direkt auf Wirtschaft und Haushalte aus. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs vervielfachte sich der Erdgaspreis, auch der Erdölpreis legte im Zuge der aktuellen Spannungen im Iran deutlich zu. Solche Entwicklungen werden in der Regel an Endverbraucher weitergegeben. Je größer die Importabhängigkeit, desto stärker fallen die wirtschaftlichen Folgen aus.

Um die Versorgungssicherheit zu erhöhen, wird seit Jahren eine stärkere Nutzung heimischer erneuerbarer Energien gefordert. Biomasse und Wasserkraft leisten bereits wichtige Beiträge zur Energieversorgung. Dennoch kommt der Ausbau erneuerbarer Energieträger nur langsam voran. Politische Debatten und ausstehende gesetzliche Regelungen sorgen laut Branchenvertretern für Unsicherheit bei Unternehmen und Finanzinstituten.

Als zentrales Vorhaben gilt das seit 2019 diskutierte Erneuerbare-Gase-Gesetz. Es soll Investitionen in die heimische Produktion von Biomethan fördern und die Abhängigkeit von Importen verringern. Nach Einschätzung von Branchenvertretern könnte bei früherer Umsetzung bereits ein Teil des Erdgasverbrauchs durch inländisches Biomethan ersetzt werden, verbunden mit umfangreichen Investitionen und zusätzlicher Wertschöpfung im Inland.

Johannes Hauptmann, Obmann des Kompost- und Biogasverbands, betont, die technischen Voraussetzungen seien vorhanden, es fehle jedoch ein klarer politischer Rahmen. Ein praktikables Gesetz könne Investitionen anstoßen, die heimische Wirtschaft stärken und die Energiesouveränität Österreichs erhöhen.

APA/Red.

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