Fossile Systeme feiern Comeback
2025 wurden in Österreich deutlich mehr Gas- und Ölkessel installiert, während der Absatz von Wärmepumpen und Biomasseheizungen spürbar einbrach.
Im Jahr 2025 hat sich der österreichische Heizungsmarkt überraschend gedreht: Statt klimafreundlicher Alternativen wurden wieder vermehrt fossile Heizsysteme eingebaut. Während 2024 noch rund 46.000 Wärmepumpen installiert wurden, sank diese Zahl 2025 auf 36.000 – ein Minus von etwa 22 Prozent. Noch stärker traf es Biomasse- und Pelletskessel, deren Absatz um rund 30 Prozent auf etwa 21.000 Stück zurückging.
Gleichzeitig legten Gas- und Ölkessel wieder zu: von 31.000 verkauften Geräten im Jahr 2024 auf 35.000 im Jahr 2025. Für Richard Freimüller, Präsident des Verbands Wärmepumpe Austria, ist das eine problematische Entwicklung. Er betont, dass nahezu jede installierte Wärmepumpe einen fossilen Kessel ersetzt – und zusätzlich auch zum Kühlen genutzt werden kann, was angesichts steigender Temperaturen immer relevanter wird.
Einziger Lichtblick: Die Zahl der Großwärmepumpen stieg um mehr als 40 Prozent auf 153 Anlagen. Dennoch liegt Österreich im europäischen Vergleich nur im Mittelfeld. Während in Skandinavien bereits 50 bis 60 Prozent der Haushalte mit Wärmepumpen heizen, sind es hierzulande lediglich knapp 13 Prozent. Auch europaweit war zuletzt allerdings ein Marktrückgang von rund 20 Prozent zu verzeichnen.
Als Hauptgrund für die schwächelnde Nachfrage nennt Freimüller die Förderpolitik. Ende 2024 war der Fördertopf ausgeschöpft, und auch 2025 dürfte das Budget rasch aufgebraucht sein. Diese Unsicherheit führe dazu, dass Haushalte Investitionen aufschieben oder auf bessere Förderbedingungen hoffen.
Die Branche fordert daher ein Umdenken in der Politik: klare und langfristige Rahmenbedingungen statt kurzfristiger Förderanreize. Diskutiert werden ein verpflichtender Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme beim Heizungstausch sowie eine Außerbetriebnahmeverpflichtung für fossile Kessel nach Ablauf ihrer Lebensdauer.
Zugleich sieht Freimüller auch die Branche selbst in der Verantwortung, stärker auf die langfristigen Betriebskostenvorteile der Wärmepumpe hinzuweisen. Mit einem Wirkungsgrad von über 90 Prozent sei die Technologie effizient – brauche jedoch ausreichend erneuerbaren Strom. Deshalb appelliert er an die Politik, den Ausbau der Windkraft nicht auszubremsen. Nur so könne der Abschied von Öl und Gas gelingen.
APA/Red.