FSME wird zum Ganzjahres-Problem
132 Menschen mussten 2025 wegen FSME stationär behandelt werden, die Hälfte erlitt dabei einen schweren Verlauf des Virus.
Nach einem starken Jahr 2024 ist die Zahl der hospitalisierten Personen mit FSME im Jahr 2025 wieder leicht gesunken. Experten betonen jedoch, dass Menschen ohne Impfschutz weiterhin besonders gefährdet sind. Ältere Personen sind häufiger schwer betroffen, und auch Kinder und Säuglinge können ernsthafte Verläufe entwickeln.
FSME-Fallzahlen 2025 im Vergleich
Laut der Virusepidemiologischen Information (VEI) des Zentrums für Virologie der MedUni Wien wurden 2025 insgesamt 132 Personen mit FSME stationär behandelt. Weitere 26 Infizierte konnten ambulant versorgt werden. Im Vergleich zum Jahr 2024, in dem 158 Menschen ins Krankenhaus mussten, ist dies ein leichter Rückgang. Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2020 gab es mehr als 200 stationäre FSME-Fälle. Die VEI weist darauf hin, dass diese jährlichen Schwankungen auf sozioökonomische, klimatische und ökologische Faktoren zurückzuführen sind, ähnlich wie in Deutschland und der Schweiz.
Oberösterreich als Hotspot
Die meisten FSME-Fälle 2025 wurden in Oberösterreich registriert (53 Fälle), gefolgt von Niederösterreich, Steiermark, Tirol und Vorarlberg mit jeweils 12 Fällen. „Die Hotspots verschieben sich immer ein bisschen. Das betrifft sowohl die regionale Verbreitung als auch die Höhenlagen“, erklärt Doz. Dr. Ursula Hollenstein, Internistin und Infektiologin in Wien. „Nicht umsonst wird im Österreichischen Impfplan das ganze Land als Endemiegebiet eingestuft.“ Obwohl die meisten Fälle im Sommer auftreten, entwickelt sich FSME zunehmend zu einem Ganzjahres-Problem. 2025 wurde der erste Fall bereits im April gemeldet, der letzte im Dezember. Hollenstein warnt: „Je wärmer die Winter werden, desto häufiger werden wir zukünftig FSME-Erkrankungen sogar im Winter sehen.“ Sie empfiehlt, die Auffrischungsimpfung bereits im Winter zu holen.
Besonders Betroffene
Die Daten zeigen, dass Personen über 50 Jahre häufiger im Krankenhaus behandelt werden müssen. 2025 lag der Schwerpunkt bei den 61- bis 70-Jährigen. Dennoch können auch Kinder und Jugendliche schwer erkranken: 14,4 Prozent der Betroffenen waren unter 15 Jahre alt, darunter ein 18 Tage altes Mädchen. Von 124 dokumentierten Fällen hatte die Hälfte einen schweren Verlauf, der das zentrale Nervensystem betreffen kann – Hirnhäute, Gehirn, Rückenmark oder Nervenwurzeln. Solche Erkrankungen können langfristige Folgen haben, etwa Konzentrationsstörungen, geringere Belastbarkeit oder Sensibilitätsstörungen. Die FSME-Impfung gilt nach wie vor als effektivste Prävention. Der Österreichische Impfplan empfiehlt eine Grundimmunisierung mit drei Teilimpfungen, zwei davon vor Beginn der Zeckensaison im Jänner bzw. Februar. Auffrischungen erfolgen alle fünf Jahre für Personen unter 60, ab 60 alle drei Jahre.
(PA/red)