Heizungswende: Diskussion nimmt Fahrt auf

Steigende Energiepreise und Klimaschutzaspekte verstärken die Forderung nach einem raschen Wechsel zu erneuerbaren Heizsystemen.

05.03.2026 10:46
red04
© Adobe Stock
Laut dem Energie-Trendmonitor Österreich 2026 befürworten 73 Prozent der Befragten einen schnelleren Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen.

Die Österreicher setzen zunehmend auf eine klimafreundlichere Heizungsversorgung. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass eine deutliche Mehrheit den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen unterstützt. Gleichzeitig steigt der Druck auf Politik und Wirtschaft, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen – verstärkt durch die aktuellen Preissteigerungen bei fossilen Brennstoffen.

Große Zustimmung zur Heizungswende

Laut dem Energie-Trendmonitor Österreich 2026 befürworten 73 Prozent der Befragten einen schnelleren Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen. Besonders die Wärmepumpe gilt als bevorzugte Alternative: 63 Prozent würden sich für diese Lösung entscheiden, während Gas- und Ölheizungen deutlich weniger Zustimmung erhalten (23 Prozent bzw. 16 Prozent). Trotz dieser Präferenzen stieg der Absatz von Öl- und Gaskesseln im Jahr 2025 um 13 Prozent auf rund 35.000 Stück. Parallel dazu sank die Installation erneuerbarer Heizsysteme um 24 Prozent. Als Grund wird die verzögerte Wiederaufnahme der Bundesförderung für den Heizungstausch genannt. 82 Prozent der Befragten halten finanzielle Unterstützung für den Austausch alter Heizsysteme für sinnvoll.

Energiekrise verstärkt den Handlungsdruck

Der anhaltende Krieg im Nahen Osten hat die globalen Öl- und Gaspreise steigen lassen und wirkt sich auch auf österreichische Haushalte aus. Umweltorganisationen und Energieexperten sehen darin eine dringende Notwendigkeit, die Abhängigkeit von fossilen Importen zu verringern. Greenpeace und der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich fordern daher einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energiequellen, verbunden mit klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen und schnelleren Genehmigungsverfahren. Laut Wirtschaftsuniversität Wien können erneuerbare Energien nicht nur die Abhängigkeit von Importen reduzieren, sondern auch Arbeitsplätze schaffen und die heimische Wertschöpfung stärken.

Forderungen an die Politik

Vertreter des EEÖ sehen ausreichendes Potenzial in Sonne, Wind, Wasser und Erdwärme, um sowohl Strom- als auch Wärmeversorgung langfristig auf erneuerbare Quellen umzustellen. Dazu seien verbindliche Ausbauziele, Flächen für Projekte und klare Konsequenzen bei Zielverfehlungen notwendig. Die aktuellen Umfrageergebnisse und die geopolitischen Entwicklungen verdeutlichen, dass die öffentliche Unterstützung für die Energiewende hoch ist, während externe Faktoren wie steigende Preise den Handlungsdruck auf Politik und Wirtschaft weiter erhöhen.

(PA/red)

Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen