Kaffeeanbau kämpft mit extremen Temperaturen

In den führenden Kaffeeanbaugebieten werden die Pflanzen durch steigende Temperaturen und extreme Wetterereignisse des Klimawandels zunehmend belastet.

20.02.2026 14:23
red04
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Der Klimawandel verändert die Temperatur- und Niederschlagsmuster, wodurch die Bedingungen für Kaffeepflanzen immer ungünstiger werden.

Kaffee ist eines der weltweit beliebtesten Getränke und ein zentraler Wirtschaftsfaktor für Millionen von Menschen in Lateinamerika, Afrika und Asien. Rund 25 Länder produzieren den größten Teil des globalen Kaffees, wobei Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Äthiopien und Indonesien die Spitzenreiter sind. Doch diese wichtigen Anbaugebiete stehen zunehmend unter Druck: Der Klimawandel verändert die Temperatur- und Niederschlagsmuster, wodurch die Bedingungen für Kaffeepflanzen immer ungünstiger werden. Eine Analyse des unabhängigen Forschungsnetzwerks Climate Central zeigt, dass in den führenden Kaffeeproduzentenländern zwischen 2021 und 2025 im Durchschnitt jährlich 47 zusätzliche Tage mit Temperaturen über 30 °C auftraten – Temperaturen, die für Kaffeepflanzen schädlich sind. In den größten Produktionsländern stieg diese Zahl sogar auf 57 zusätzliche heiße Tage pro Jahr.

Hitze als Wachstumshemmnis

Kaffeepflanzen, insbesondere die empfindliche Coffea arabica, gedeihen nur in engen Temperatur- und Niederschlagsbereichen. Über 30 °C führt zu Stress: Die Kaffeekirschen entwickeln sich langsamer, die Bohnenqualität sinkt, und die Pflanzen werden anfälliger für Krankheiten. Zusätzlich verändern sich die Niederschlagsmuster – längere Trockenperioden oder heftige Regenfälle – was die Bodenfeuchtigkeit reduziert und zu unregelmäßigem Blühen sowie Ernteausfällen führt. Sowohl Menge als auch Qualität der Ernte werden dadurch beeinträchtigt.

Ökonomische Auswirkungen

Die klimabedingten Belastungen wirken sich bereits auf die globalen Märkte aus. Die Preise für Arabica- und Robusta-Bohnen haben in den vergangenen Jahren deutlich zugelegt, teilweise fast verdoppelt, unter anderem wegen geringer Erntemengen und wetterbedingter Produktionsschwankungen. Kleinbauern – die etwa 80 % der weltweiten Kaffeeproduktion stellen – sind besonders betroffen, da sie nur begrenzte Ressourcen für Anpassungsmaßnahmen besitzen. Trotz vergleichsweise geringer Kosten für Schattierung oder Bewässerung erhalten sie bisher nur einen kleinen Teil der benötigten Finanzmittel zur Klimaanpassung.

Regionale Unterschied

Die Auswirkungen sind regional unterschiedlich spürbar: Brasilien verzeichnet durchschnittlich 70 zusätzliche Tage mit schädlicher Hitze pro Jahr, während in El Salvador knapp 100 zusätzliche Hitzetage pro Jahr registriert wurden. Auch in Indien berichten Kaffeefarmen von längeren Hitzeperioden und schnellerem Feuchtigkeitsverlust im Boden, was die Produktivität senkt und zu unregelmäßigen Blühzyklen führt.

Zukünftige Herausforderungen

Steigende Temperaturen könnten künftig nicht nur zu Produktionsverlagerungen in höhere Lagen oder neue Regionen führen, sondern auch die Preise für Verbraucher weltweit weiter erhöhen. Schwankungen der Erntemengen, geringere Qualitätsstandards und klimabedingte Risiken wirken sich direkt auf die globale Versorgung aus. Experten betonen, dass ohne stärkere politische Maßnahmen und Finanzierungen für Anpassungsstrategien sowohl die Lebensgrundlagen der Kaffeebauern als auch die Stabilität des weltweiten Kaffeeangebots gefährdet bleiben könnten.

(red)

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