Klimawandel beeinflusst Österreichs Grundwasser
Der Klimastatusbericht 2025 zeigt ein Jahr mit ausgeprägter Trockenheit, Hitze und regionalen Wetterextremen.
Der Klimawandel wirkt sich in Österreich zunehmend auf die Verfügbarkeit von Grundwasser aus. Steigende Temperaturen, weniger Schneefall und kürzere Schneeliegezeiten führen dazu, dass sich die natürliche Neubildung von Grundwasser reduziert. Gleichzeitig nimmt die Verdunstung zu, und mehr Wasser wird bereits in oberen Bodenschichten von Vegetation verbraucht, bevor es in tiefere Bereiche versickern kann. Auch veränderte Niederschlagsmuster spielen eine Rolle: Starkregen führt häufig zu raschem oberirdischem Abfluss, während geringere Niederschläge in der Vegetationsperiode direkt aufgenommen oder wieder verdunstet werden. Der Rückgang der Gletscher verschärft die Situation zusätzlich, da langfristig eine wichtige Wasserreserve verloren geht.
Sinkende Ressourcen
Prognosen gehen davon aus, dass die verfügbaren Grundwasserressourcen bis 2050 um bis zu 23 Prozent zurückgehen könnten, während der Wasserbedarf gleichzeitig um bis zu 15 Prozent steigt. Besonders deutlich wird diese Entwicklung in der Landwirtschaft, wo der Bedarf in einzelnen Regionen stark zunehmen dürfte. Betroffen sind aber auch Trinkwasserversorgung, Energieproduktion, Industrie und Ökosysteme.
Extremes Wetterjahr 2025
Der Klimastatusbericht 2025 zeichnet ein Jahr mit deutlich überdurchschnittlichen Temperaturen und ausgeprägter Trockenheit. Mit rund 1.700 Sonnenstunden, einer durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 881 mm und einer Mitteltemperatur von +7,9 °C zählt 2025 zu den acht wärmsten Jahren seit Beginn der Messreihen. Bereits im Februar führten regional stark unterdurchschnittliche Niederschläge zu erhöhter Waldbrandgefahr, besonders in Ostösterreich. Im März setzten sich die trockenen Bedingungen fort und begünstigten erste Brände, während gleichzeitig einzelne kräftige Hagelgewitter auftraten. Auch im April blieb die Trockenheit bestehen, bevor spätere Gewitter lokal zu Überflutungen führten. Im weiteren Jahresverlauf wechselten sich Hitze, Trockenheit und Starkregen ab. Zwischen Mai und Juli kam es mehrfach zu Unwettern mit Hochwasser und Murenabgängen, etwa im Gschnitz- und Stubaital, verbunden mit Schäden an Infrastruktur und Landwirtschaft. Im Juni wurden zudem Hitzerekorde erreicht, darunter 38,3 °C in Kärnten. Im August hielten Hitze und Trockenheit die Waldbrandgefahr hoch, während Starkregen in Vorarlberg erneut Überflutungen auslöste.
Sicherung der Wasserversorgung
Um auf die Entwicklungen zu reagieren, werden in Österreich Investitionen in die Wasserinfrastruktur ausgebaut. Dazu zählen Sanierungen und Erweiterungen von Leitungsnetzen, Projekte zur Renaturierung von Flüssen und Auen sowie Maßnahmen zur besseren Wasserrückhaltung in der Landschaft. Ein geplantes Wasserentnahmeregister soll künftig helfen, die Nutzung der Ressourcen transparenter und nachhaltiger zu steuern.
(PA/red)