Klimawandel verändert Österreichs Wasserhaushalt

Weniger Sommerniederschlag, sinkende Grundwasserstände und intensiverer Starkregen verändern Österreichs Umgang mit der Ressource Wasser.

15.09.2026 13:24
red04
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Bei einstündigen Starkregenfällen beträgt die Zunahme rund 20 Prozent in den letzten 30 Jahren.

Österreichs Wasserhaushalt verändert sich durch den Klimawandel. Eine österreichweite Studie zeigt unter anderem sinkende Grundwasserstände, höhere Verdunstung und intensivere Starkregenereignisse. Gleichzeitig verschieben sich die Niederschläge zunehmend in die kältere Jahreszeit.

Mehr Regen im Winter, weniger im Sommer

Bis zur Mitte des Jahrhunderts dürfte der Niederschlag im Sommer im Mittel um fünf bis 15 Prozent zurückgehen. Für Herbst, Winter und Frühjahr wird hingegen mit einem Anstieg von fünf bis zehn Prozent gerechnet. Insgesamt könnte die jährliche Niederschlagsmenge damit weitgehend stabil bleiben. Durch die steigenden Temperaturen geht jedoch mehr Wasser durch Verdunstung verloren. Besonders betroffen sind Regionen im Osten Österreichs, wo geringere Sommerniederschläge auf bereits niedrigere Grundwasserstände treffen.

Grundwasser sinkt, Starkregen nimmt zu

In den vergangenen zehn Jahren sind die Grundwasserstände im österreichweiten Mittel um rund 30 bis 50 Zentimeter gesunken. Gleichzeitig nahm die Verdunstung zwischen 1980 und 2010 um rund 80 Millimeter pro Jahr beziehungsweise etwa 17 Prozent zu. Auch Starkregen wird intensiver. Bei kurzen Ereignissen fiel in den vergangenen 30 Jahren im Mittel rund 15 Prozent mehr Regen. Bei einstündigen Starkregenfällen beträgt die Zunahme rund 20 Prozent. Gleichzeitig sind die Niederschlagsereignisse im Durchschnitt um zehn bis 15 Prozent kürzer geworden. Das erhöht vor allem das Risiko lokaler Überflutungen.

Weniger Schnee und Gletschereis

Auch Schnee und Eis verändern sich. Bis 2050 könnten Österreichs Gletscher im Vergleich zu 2024 rund 70 bis 80 Prozent ihrer Masse verlieren. Die Schneedeckendauer verkürzt sich bereits im Mittel um etwa einen Tag pro Jahr, die mittlere Schneehöhe nimmt jährlich um rund einen Zentimeter ab. Damit geht ein natürlicher Wasserspeicher zunehmend verloren. Die Folgen dürften vor allem in Trockenperioden für alpine Regionen und die Wasserwirtschaft spürbar werden.

(red)

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