Milliardenprojekt für Offshore-Wind
Deutschland investiert in neue Konverterplattform zur besseren Netzanbindung von Windstrom aus der Nordsee.
Der deutsche Netzbetreiber 50Hertz Transmission hat ein Konsortium aus Siemens Energy und Neptun Smulders Offshore Renewables mit dem Bau eines großen Offshore-Konvertersystems für die Nordsee beauftragt. Das Projekt gilt als zentraler Baustein für den weiteren Ausbau der Offshore-Windenergie in Deutschland.
Das Auftragsvolumen liegt bei rund 2,5 Milliarden Euro. Geplant ist zunächst der Bau einer Offshore-Plattform sowie einer landseitigen Konverterstation. Über ein weiteres Konvertersystem wird derzeit noch verhandelt, wodurch sich der Gesamtumfang des Projekts weiter erhöhen könnte.
Die neue Anlage soll rund 200 Kilometer westlich der Insel Sylt errichtet werden. An Land entsteht eine Konverterstation in der Nähe von Schwerin, die künftig Teil der Stromtrasse NordOstLink wird. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2034 vorgesehen.
Ein Schwerpunkt des Projekts liegt auf der industriellen Wertschöpfung in Deutschland. Erstmals sollen große Konverterplattformen nach dem neuen Zwei-Gigawatt-Standard überwiegend im Inland gefertigt werden. Dadurch entstehen nach Angaben der Projektpartner zusätzliche Arbeitsplätze, insbesondere im norddeutschen Raum.
Technisch dienen Offshore-Konverterplattformen dazu, den in Windparks erzeugten Wechselstrom auf See in Gleichstrom umzuwandeln. Dieser kann über große Distanzen verlustärmer transportiert und an Land wieder ins Stromnetz eingespeist werden. Der neue Standard soll die Effizienz der Netzanbindung von Offshore-Windenergie deutlich erhöhen.
Nach Angaben des Netzbetreibers ist das Projekt ein wichtiger Schritt, um die Integration erneuerbarer Energien in das europäische Stromsystem weiter voranzutreiben und die Versorgungssicherheit im Zuge der Energiewende zu stärken.
APA/Red.