Nikotinbeutel bilden wachsende Gefahr

Die WHO warnt vor einem starken Anstieg bei Nikotinbeuteln und kritisiert deren Vermarktung an junge Menschen.

15.05.2026 14:56
red04
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Für das Jahr 2025 beziffert die WHO den Umsatz mit Nikotinbeuteln auf rund sechs Milliarden Euro.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht einen zunehmenden Trend bei sogenannten Nikotinbeuteln, die vor allem jüngere Menschen ansprechen sollen. Dabei handelt es sich um kleine Beutel, die meist zwischen Oberlippe und Zahnfleisch platziert werden. Nach Einschätzung der World Health Organization machen diese Produkte abhängig und können erhebliche gesundheitliche Schäden verursachen. Zum Weltnichtrauchertag am 31. Mai kritisiert die Organisation zudem die Vermarktungsstrategien der Tabakindustrie.

Wachstum eines neuen Marktes

Mit dem Rückgang des klassischen Zigarettenverkaufs erweitern große internationale Tabakkonzerne ihr Angebot zunehmend um Alternativprodukte wie E-Zigaretten und Nikotinbeutel. Nach Angaben der WHO wurden im Jahr 2024 weltweit mehr als 23 Milliarden Nikotinbeutel verkauft. Dies entspricht einem Anstieg von über 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Für das Jahr 2025 beziffert die Organisation den Umsatz mit Nikotinbeuteln auf fast sieben Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund sechs Milliarden Euro. Den größten Absatzmarkt stellen die USA dar, die etwa 80 Prozent des weltweiten Konsums ausmachen. Auch in Schweden seien die Produkte stark verbreitet.

Kritik an Vermarktung

Die Anbieter bewerben Nikotinbeutel nach Angaben der WHO häufig mit einem sogenannten „Nikotin-Rausch“, der Gefühle von Vergnügen und Zufriedenheit auslösen soll. Die Organisation betont jedoch, dass Nikotin ein Nervengift aus der Tabakpflanze ist, das inzwischen auch synthetisch hergestellt werden kann. Die Aufnahme erfolgt bei Nikotinbeuteln über die Mundschleimhaut, während sie beim Rauchen über die Lunge ins Gehirn gelangt. Aus Sicht der WHO erhöht Nikotin das Risiko für Schlaganfälle und koronare Herzerkrankungen, kann die Bildung von Tumoren begünstigen und steht zudem im Verdacht, das Risiko für Diabetes zu erhöhen.

Social Media als Verkaufsstrategie

Ein weiterer Kritikpunkt der WHO ist die gezielte Ansprache junger Menschen über soziale Medien und Influencer. Unterstützt werde dies durch eine Vielzahl von Geschmacksrichtungen, darunter etwa Varianten mit Süßigkeiten- oder Lakritzgeschmack. Die Produkte würden zudem als Lifestyle-Artikel dargestellt oder als Möglichkeit, heimlich Regeln zu umgehen, etwa in der Schule oder im Elternhaus.

Zweifel an Nutzen als Rauchstopp-Hilfe

Die WHO weist zudem Behauptungen zurück, Nikotinbeutel könnten beim Aufhören mit dem Rauchen helfen. Nach Einschätzung der Organisation gebe es dafür keine ausreichende Grundlage. In vielen Fällen könne sich der Konsum sogar erhöhen, da die Produkte auch in Situationen genutzt würden, in denen Rauchen verboten ist, während das Rauchen parallel weiter stattfinde. Abschließend fordert die WHO strengere Regulierung der Nikotinbeutel sowie verstärkte Aufklärung, insbesondere für Kinder und Jugendliche, über mögliche Gesundheitsrisiken.

(APA/red)

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