Rekordwärme prägt aktuelles Jahrzehnt

Die Erde speichert heute mehr Wärme als je zuvor, was die Risiken für Umwelt, Gesellschaft und Ökosysteme weltweit verstärkt.

23.03.2026 12:33
red04
© Adobe Stock
Die Atmosphäre hält so viel Wärme zurück, dass mehr Energie in das System gelangt, als wieder ins All abgestrahlt wird.

Die Erde erlebt eine Phase außergewöhnlicher Erwärmung. Nach Angaben der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) gehört der Zeitraum von 2015 bis 2025 zu den heißesten elf Jahren seit Beginn der Messungen. Das Jahr 2025 selbst wird als das zweit- oder drittwärmste Jahr der Geschichte eingestuft, mit Temperaturen rund 1,43 °C über dem vorindustriellen Niveau. Selbst klimatische Phänomene wie La Niña, die normalerweise für eine vorübergehende Abkühlung sorgen, konnten die globale Wärme nicht signifikant dämpfen.

Ungleichgewicht in der Energieaufnahme

Ein entscheidender Faktor für die derzeitige Entwicklung ist das zunehmende Energieungleichgewicht der Erde. Die Atmosphäre hält so viel Wärme zurück, dass mehr Energie in das System gelangt, als wieder ins All abgestrahlt wird. Verantwortlich dafür sind die höchsten Konzentrationen von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas seit Hunderttausenden von Jahren. Dieses Ungleichgewicht verstärkt die globale Erwärmung und hat Auswirkungen auf die gesamte Umwelt.

Ozeane als Wärmespeicher

Die Ozeane übernehmen dabei die Hauptlast. Über 90 % der überschüssigen Wärme werden in den Meeren gespeichert, deren Wärmeinhalt 2025 neue Rekorde erreicht. Die Erwärmung der Ozeane hat sich seit den frühen 2000er-Jahren verdoppelt und führt zu häufigeren und intensiveren Meereswärmewellen. Dies beeinflusst nicht nur die marinen Ökosysteme, sondern verstärkt auch tropische Wirbelstürme und den Verlust von Meereis in den Polarregionen. Gleichzeitig trägt die zunehmende Versauerung der Meere durch Kohlendioxid zu Schäden an Korallenriffen und anderen empfindlichen Lebensräumen bei.

Folgen für Menschen und Umwelt

Die steigenden Temperaturen und Extremwetterereignisse wirken sich weltweit auf Gesellschaft und Natur aus. Hitze, Dürre, Überschwemmungen und Stürme bedrohen die Ernährungssicherheit, verschärfen gesundheitliche Risiken und belasten Infrastruktur und Ökosysteme. Besonders Küstenregionen sind vom steigenden Meeresspiegel betroffen, während die Landwirtschaft und Trinkwasserversorgung in vielen Teilen der Welt unter zunehmend extremen Bedingungen leiden.

Dringender Handlungsbedarf

Die Erkenntnisse des WMO-Berichts verdeutlichen, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen nicht ausreichen, um die Ziele des Pariser Abkommens dauerhaft einzuhalten. Die globale Erwärmung schreitet schneller voran als erwartet, und kurzfristige klimatische Schwankungen wie El Niño könnten zusätzliche Temperaturspitzen erzeugen. Die Organisationen weltweit betonen die Dringlichkeit sofortiger Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen und zur Stärkung der Anpassungsfähigkeit von Gesellschaften, um die schwerwiegenden Folgen für Mensch und Natur abzumildern.

(red)

Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen