Schmelzwasser treibt Meeresspiegel in die Höhe

Eine 30-jährige Analyse von Satellitendaten belegt, dass der Meeresspiegel nicht nur steigt, sondern dies in wachsendem Tempo tut.

25.02.2026 15:10
red04
© Adobe Stock
Insgesamt stieg der globale Meeresspiegel in diesen drei Jahrzehnten um etwa 9 Zentimeter.

In den vergangenen Jahrzehnten ist der Meeresspiegel stetig gestiegen – und die Geschwindigkeit dieses Anstiegs nimmt offenbar zu. Neue Analysen von Satellitendaten über einen Zeitraum von 30 Jahren zeigen, dass insbesondere das Schmelzwasser von Gletschern und Eisschilden eine immer größere Rolle spielt.

Satellitenlaser messen Meeresspiegel

Die Ergebnisse stammen von Forschenden der Hong Kong Polytechnic University und wurden in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht. Um die Veränderungen präzise zu erfassen, setzten die Wissenschaftler auf das sogenannte Satellite Laser Ranging (SLR). Dieses Verfahren ermöglicht es, kleinste Änderungen in der Erdgravitation zu erkennen – und damit, wie sich die Masse der Ozeane über die Jahre verändert. Die Daten decken den Zeitraum von 1993 bis 2022 ab und zeigen deutlich: Die Ozeane nehmen zunehmend an Wasser zu, vor allem durch Schmelzwasser von Land-Eis. Insgesamt stieg der globale Meeresspiegel in diesen drei Jahrzehnten um etwa 9 Zentimeter.

Schmelzwasser dominiert Anstieg

Frühere Untersuchungen hatten angenommen, dass ein großer Teil des Anstiegs durch die thermische Ausdehnung des Wassers verursacht wird – erwärmtes Wasser dehnt sich aus. Die neuen Analysen zeigen jedoch, dass der Verlust von Land-Eis mittlerweile der entscheidende Faktor ist. Gletscher, der Grönländische Eisschild und andere Eismassen tragen inzwischen zu über 80 % des gemessenen Meeresspiegelanstiegs bei.

Neue Einblicke

Die verbesserte Genauigkeit der Messungen ist ein Resultat neuer Modellierungsstrategien, die die Daten der Satellitenlaser besser auflösen. Dadurch lässt sich nicht nur die globale Entwicklung verfolgen, sondern auch genau bestimmen, wie viel zusätzliches Wasser die Ozeane aufnimmt. Solche präzisen Messungen helfen, Klimamodelle zu überprüfen und Vorhersagen für zukünftige Meeresspiegelanstiege und ihre regionalen Auswirkungen zu verbessern – von Küstenregionen bis zu tiefliegenden Metropolen.

Klimawandel sichtbar in Ozeanen

Die Studie verdeutlicht, dass der Klimawandel nicht nur ein abstraktes Zukunftsszenario ist. Der steigende Meeresspiegel ist eine der sichtbarsten Folgen der globalen Erwärmung und hat weitreichende Auswirkungen auf Ökosysteme, Infrastruktur und Gesellschaft. Die neuen Daten liefern eine solide Basis für Anpassungsstrategien und Klimapolitik weltweit.

(red)

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