Softdrinks treiben Zuckerkonsum in Österreich

Österreicher konsumieren täglich fast die gesamte von der WHO empfohlene Zuckeraufnahme allein über Softdrinks.

20.02.2026 12:02
red04
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Softdrinks leisten einen entscheidenden Beitrag zur Zuckeraufnahme.

In Österreich nehmen Menschen im Alltag große Mengen Zucker allein über zuckerhaltige Getränke auf. Laut aktuellen Daten von Foodwatch, die auf Euromonitor-Statistiken basieren, konsumiert jede Person im Durchschnitt fast 23 Gramm Zucker täglich nur aus Softdrinks wie Limonaden, Cola, Eistee oder Energydrinks. Diese Menge liegt nahe an der gesamten Tagesmenge, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, und zeigt, dass Softdrinks einen entscheidenden Beitrag zur Zuckeraufnahme leisten.

Vergleich mit Ernährungsempfehlungen

Die WHO empfiehlt, dass Erwachsene maximal 25 Gramm freien Zucker pro Tag zu sich nehmen. Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren sollten sogar nur bis zu 19 Gramm konsumieren. In Österreich wird diese empfohlene Menge durch Getränke alleine fast erreicht, wodurch der Zuckerkonsum bereits vor dem Essen einen erheblichen Anteil der täglichen Höchstmenge ausmacht. Im europäischen Vergleich liegt Österreich weit oben: Unter den zehn bevölkerungsreichsten Staaten belegt es Platz zwei hinter Deutschland, während Länder wie Italien oder Spanien deutlich geringere Mengen an Zucker über Getränke konsumieren.

Energydrinks und Limonaden

Besonders besorgniserregend ist der steigende Konsum von Energydrinks, die neben klassischen Limonaden einen erheblichen Teil des Zuckers liefern. Während der durchschnittliche Zuckergehalt aus Energydrinks im Jahr 2011 noch bei 2,7 Gramm pro Person und Tag lag, liegt er heute bei etwa 4,2 Gramm. Die Beliebtheit dieser Getränke hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen und trägt erheblich zur Gesamtaufnahme von Zucker bei, insbesondere bei Jugendlichen.

Gesundheitliche Risiken

Zuckerhaltige Getränke gelten als Risikofaktor für Übergewicht, Typ-2-Diabetes und andere Stoffwechselerkrankungen. In Österreich sind bereits viele Erwachsene übergewichtig, und auch bei Kindern ist Übergewicht ein zunehmendes Problem. Flüssiger Zucker liefert viele Kalorien, sättigt jedoch nur schlecht, was den hohen Konsum von Softdrinks zusätzlich begünstigt und die Risiken für gesundheitliche Folgen erhöht.

Forderungen nach Maßnahmen

Angesichts der hohen Zuckeraufnahme fordern Gesundheitsexperten und Verbraucherschutzorganisationen politische Maßnahmen wie beispielsweise eine Steuer auf stark zuckerhaltige Getränke und für Altersgrenzen beim Verkauf von Energydrinks. Eine solche Abgabe könnte Hersteller dazu bewegen, zuckerärmere Produkte anzubieten, während Verkaufsbeschränkungen Minderjährige besser vor den gesundheitlichen Folgen schützen würden. Mehr als 100 Länder weltweit haben bereits entsprechende Maßnahmen eingeführt, um die Bevölkerung vor den Risiken von Zucker zu schützen.

(PA/red)

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