Tierarzneimittel können Bodenökosysteme belasten
Wirkstoffe aus Floh- und Zeckenmitteln für Hunde und Katzen bleiben Wochen lang im Kot und können dadurch negative Folgen für Insekten und Bodenökosysteme haben.
Parasitenmittel für Hunde und Katzen gelten als sicher und wirksam – doch eine neue Studie zeigt, dass ihre Wirkstoffe länger in der Umwelt verbleiben als bisher angenommen. Isoxazoline, die gegen Flöhe und Zecken eingesetzt werden, werden über den Kot ausgeschieden und könnten dadurch andere Tiere belasten. Die Ergebnisse werfen Fragen nach der ökologischen Verträglichkeit dieser weit verbreiteten Mittel auf.
Wirkstoffe bleiben lange im Kot
Bei einer Untersuchung zu vier Isoxazoline (Fluralaner, Lotilaner, Afoxolaner und Sarolaner) konnten bei Katzen Fluralaner und Lotilaner im Kot noch nach zwei bis drei Wochen nach der Behandlung nachgewiesen werden. Bei Hunden lagen die Halbwertszeiten der Ausscheidung zwischen etwa 17 und 25 Tagen. Das bedeutet, dass die Substanzen deutlich länger in der Umwelt vorkommen können, als es die Behandlungsintervalle der Haustiere erwarten lassen.
Risiko für andere Tiere
Besonders Insekten, die Kot fressen oder im Boden leben, könnten den Wirkstoffen ausgesetzt werden. Simulationen der Forschenden zeigen, dass ein hoher Anteil dieser Insekten Konzentrationen erreichen könnte, die als schädlich gelten. Damit sind vor allem Dung-fressende Arten wie bestimmte Käfer oder Fliegen betroffen, die eine zentrale Rolle im Nährstoffkreislauf, beim Abbau organischer Stoffe und in der Bodenfruchtbarkeit spielen. Eine Beeinträchtigung dieser Tiere könnte weitreichende ökologische Folgen haben. Und nicht nur der Kot kann die Substanzen in die Umwelt bringen: Auch über Urin, Haare oder Abfluss gelangen Wirkstoffe potenziell in Böden und Gewässer, selbst wenn Tiere den Kot nicht direkt gefressen haben.
(red)
