Wärmepumpen-Ausbau in Österreich nimmt Fahrt auf

In Österreich sind bereits rund 550.000 Wärmepumpen im Einsatz, bis 2040 könnte sich die Zahl mehr als verdoppeln.

09.07.2026 17:49
red04
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Die Technologie gilt als klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen mit Erdgas oder Heizöl.

Die Zahl der Wärmepumpen in Österreich steigt weiter. Nach einer am heutigen Donnerstag vorgestellten Studie der Österreichischen Energieagentur (AEA) sind derzeit rund 550.000 Anlagen in heimischen Haushalten und Betrieben im Einsatz. AEA-Geschäftsführer Franz Angerer sprach von einem dynamischen Wachstum und erwartet, dass die Zahl bis zum Jahr 2040 auf etwa 1,3 Millionen Wärmepumpen anwachsen könnte. Energiestaatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) kündigte an, bei einzelnen rechtlichen Rahmenbedingungen Anpassungen prüfen zu wollen.

Alternative zu Öl und Gas

Wärmepumpen entziehen ihrer Umgebung Wärme und nutzen diese zur Beheizung von Gebäuden. Die Technologie gilt als klimafreundliche Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen mit Erdgas oder Heizöl. Besonders im Wohnbereich spielen Wärmepumpen eine wichtige Rolle. Von den rund vier Millionen Wohnungen in Österreich wird laut Angerer derzeit etwa ein Drittel mit Fernwärme beheizt, ein weiteres Drittel mit Öl oder Gas. Das verbleibende Drittel entfällt auf Wärmepumpen und Biomasse.

Mehr Strombedarf, aber ins System integrierbar

Der weitere Ausbau der Wärmepumpen würde den Stromverbrauch erhöhen. Laut Angerer wäre eine steigende Zahl von Anlagen jedoch mit dem erwarteten Gesamtstromverbrauch vereinbar und könne in das bestehende Stromsystem integriert werden. Eine Möglichkeit zur Entlastung des Netzes sieht die AEA darin, Wärmepumpen flexibler zu betreiben. In gut gedämmten Gebäuden könnten die Geräte beispielsweise mehrere Stunden abgeschaltet werden, ohne dass die Raumtemperatur deutlich sinke. Auch ein Betrieb nach aktuellen Strompreisen sei möglich. Verbraucher könnten die Anlagen dann verstärkt zu Zeiten einschalten, in denen Strom günstiger verfügbar ist.

Wärmepumpen auch zum Kühlen geeignet

Richard Freimüller von Wärmepumpe Austria, die die Studie in Auftrag gegeben hat, verwies darauf, dass ein großer Teil der in den vergangenen Jahren installierten Wärmepumpen auch zur Kühlung genutzt werden könne. Er sprach sich dafür aus, etwa Hausverwaltungen stärker zu diesem Thema zu schulen.

Politik will flexiblen Stromverbrauch fördern

Zehetner setzt darauf, Verbraucher, die ihre Wärmepumpen netzdienlich betreiben, künftig stärker zu belohnen. Wer die Anlagen beispielsweise außerhalb von Zeiten hoher Netzauslastung nutzt, könnte dafür finanziell profitieren. Dadurch sollen Stromnetze entlastet und Kosten für den weiteren Netzausbau reduziert werden. Gleichzeitig sieht die Staatssekretärin Handlungsbedarf beim Wohnrecht. Derzeit sind für den Einbau von Wärmepumpen oder Klimaanlagen in Miet- und Eigentumswohnungen häufig Zustimmungen von Vermietern und anderen Hausparteien erforderlich.

Diskussion über Förderungen

Kritik an der Einstellung bestimmter Förderungen für Wärmepumpen wies Zehetner zurück. Förderungen seien vor allem für Technologien gedacht, die sich noch am Markt etablieren müssten. Wärmepumpen hätten sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und seien deutlich günstiger geworden. Auch Angerer betonte, dass die Technologie inzwischen weit verbreitet sei. Wärmepumpen seien kein neues Nischenprodukt mehr, sondern etablierte Lösungen, die bereits am Markt erhältlich und nachgefragt seien.

(APA/red)

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