Wasserkraft unter Druck

Rückgänge bei der Wasserkrafterzeugung zeigen die wachsende Bedeutung von Netzausbau, Speichern und einem integrierten Energiesystem.

03.06.2026 12:46
red04
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Die österreichische Stromversorgung steht zunehmend vor Herausforderungen durch wetterbedingte Schwankungen in der erneuerbaren Energieproduktion. Besonders die Wasserkraft, die mehr als 60 Prozent der heimischen Stromerzeugung ausmacht, reagiert sensibel auf Niederschlags- und Abflussveränderungen.

Im April 2026 kam es zu einem deutlichen Rückgang der Wasserkrafterzeugung um 12,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Gleichzeitig zeigte sich die Windkraft volatil und leicht rückläufig, während die Photovoltaik zwar deutlich zulegen konnte, jedoch aufgrund ihrer tageszeitlichen Produktionsstruktur keine vollständige Kompensation leisten kann. Insgesamt ging die erneuerbare Stromproduktion im Jahresvergleich zurück.

Die geringere inländische Erzeugung führte zu einer erhöhten Abhängigkeit von Stromimporten. Parallel dazu waren verstärkt Eingriffe ins Stromnetz notwendig, um Angebot und Nachfrage auszugleichen. Auch sogenannte Redispatch-Maßnahmen nahmen zu, bei denen erneuerbare Energie teilweise abgeregelt werden musste, um Netzengpässe zu vermeiden.

Netzbetreiber betonen in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit eines umfassenden Systemansatzes. Neben dem Ausbau von Wind- und Sonnenenergie brauche es vor allem leistungsfähigere Stromnetze, zusätzliche Speicherkapazitäten und eine bessere Integration flexibler Verbrauchsstrukturen. Nur so könne die schwankende Erzeugung aus erneuerbaren Quellen zuverlässig ausgeglichen werden.

Die Energiewende erfordere daher nicht nur den Ausbau einzelner Technologien, sondern eine gesamthafte Planung des Stromsystems, um Versorgungssicherheit und Leistbarkeit langfristig sicherzustellen.

APA/Red.

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