Zu wenig Regen für Österreichs Grundwasser
Rund 90 Prozent der Messstellen wiesen Ende August niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf.
Der heiße und trockene Sommer hat die Grundwasserstände in Österreich weiter sinken lassen. Ende August wiesen rund 90 Prozent der Messstellen niedrige oder sehr niedrige Werte auf. Ende Mai waren es noch etwa 80 Prozent, wie das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) berichtet. Die Ausgangslage war bereits vor dem Sommer ungünstig. Der Winter 2025/2026 war schneearm und niederschlagsarm, auch das Frühjahr brachte zu wenig Niederschlag. Vielerorts lagen die Grundwasserstände deshalb schon zu Beginn des Sommers unter dem langjährigen Durchschnitt.
Wenig Niederschlag, hohe Verdunstung
Von Juni bis August lag die mittlere Temperatur in Österreich um 2,7 Grad Celsius über dem Mittel der Jahre 1991 bis 2020. Gleichzeitig fielen 32 Prozent weniger Niederschlag als üblich. Die Hitze wirkte sich auch über die Verdunstung auf das Grundwasser aus. Bei hohen Temperaturen gelangt weniger Wasser in den Boden und damit auch weniger in die Grundwasserkörper. Die Niederschläge im Sommer konnten das Defizit nicht ausgleichen. Schauer, Gewitter und Starkregen fielen meist nur örtlich und für kurze Zeit. Für die Auffüllung des Grundwassers sind längere und ergiebige Niederschlagsphasen wichtiger.
Auch August brachte kaum Entlastung
Der August setzte die Entwicklung fort. Die mittlere Temperatur lag 3,2 Grad über dem langjährigen Mittel, gleichzeitig fehlten 33 Prozent Niederschlag. Besonders niedrige Grundwasserstände wurden Ende August in Teilen Salzburgs, Oberösterreichs, Vorarlbergs und Tirols gemessen. Dort wirkten sich der schneearme Winter und das trockene Frühjahr besonders deutlich aus. Grundwasser reagiert zudem nicht unmittelbar auf Regen. Das Wasser muss zunächst durch Boden und Gestein sickern. Bis Niederschläge die Grundwasserstände messbar anheben, kann daher einige Zeit vergehen.
Erholung hängt vom Herbst ab
In den kommenden Tagen sind laut GeoSphere Austria keine flächendeckenden Niederschläge zu erwarten. Ab kommender Woche soll es unbeständiger und niederschlagsreicher werden. Gleichzeitig dürfte die Verdunstung zurückgehen. Ob sich die Grundwasserstände tatsächlich erholen, hängt von der weiteren Entwicklung im Herbst ab. Einzelne Regenfälle werden dafür kaum ausreichen. Nötig sind ausreichend ergiebige Niederschläge über einen längeren Zeitraum. Nach dem trockenen Winter und Frühjahr und dem niederschlagsarmen Sommer bleiben die Grundwasservorräte vorerst deutlich unter dem langjährigen Niveau.
(PA/red)