Windkraftanlagen sind großteils recycelbar

Bis zu 90 Prozent einer Windkraftanlage können wiederverwertet werden.

15.05.2026 9:39
red04
© Adobe

Windkraftanlagen stehen immer wieder im Mittelpunkt von Debatten rund um die Energiewende. In sozialen Medien wird derzeit häufig behauptet, Rotorblätter seien nicht recycelbar und würden weltweit enorme Müllberge verursachen. Diese Darstellung greift jedoch zu kurz.

Fachleute verweisen darauf, dass moderne Windkraftanlagen zu einem sehr großen Teil wiederverwertet werden können. Beton, Stahl, Aluminium und Kupfer aus Fundamenten, Türmen und technischen Anlagen lassen sich bereits heute in hohem Ausmaß recyceln oder erneut verwenden. Viele Bauteile werden zudem international weiterverkauft und in anderen Anlagen weiter genutzt.

Als technisch anspruchsvoll gelten vor allem die Rotorblätter. Sie bestehen aus widerstandsfähigen Verbundstoffen wie glas- oder carbonfaserverstärktem Kunststoff, deren Recycling aufwendiger ist. Dennoch gibt es bereits Verfahren zur Wiederverwertung, etwa die Verarbeitung zu Baustoffen oder die Nutzung für Möbel und andere Produkte. Forschungseinrichtungen arbeiten zudem an neuen chemischen Recyclingmethoden, die künftig höhere Recyclingquoten ermöglichen sollen.

In Österreich fällt derzeit nur wenig Abfall aus stillgelegten Windkraftanlagen an, da viele Komponenten weiterverwendet werden. Die Entsorgung auf Deponien spielt laut Umweltbehörden und Branchenvertretern nur eine untergeordnete Rolle.

Auch Bilder angeblicher „Windrad-Friedhöfe“, die derzeit online verbreitet werden, sind teilweise irreführend. In mehreren Fällen handelt es sich um KI-generierte Darstellungen ohne Bezug zu realen Deponien.

Experten warnen insgesamt davor, dass Falschinformationen über Windkraft den Ausbau erneuerbarer Energien erschweren könnten. Studien zufolge führen solche Behauptungen häufig zu Verzögerungen bei Projekten und erhöhen Unsicherheit bei Investitionen.

APA/Red.

Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen