LNG-Tanker transportieren Erdgas rund um den Globus

Der weltweite Handel mit Flüssigerdgas wächst stark – Umweltschützer warnen vor neuen fossilen Abhängigkeiten.

05.06.2026 10:05
red04
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Die Erdgasförderung ist umstritten.

Flüssigerdgas (LNG) spielt eine immer wichtigere Rolle in der globalen Energieversorgung. Spezielle LNG-Tanker transportieren das auf minus 162 Grad Celsius heruntergekühlte Erdgas über weite Strecken, vor allem von Exportländern wie den USA nach Europa und Asien. Durch die Verflüssigung schrumpft das Volumen des Gases um das 600-Fache, wodurch große Energiemengen effizient verschifft werden können.

Ein Beispiel dafür ist der knapp 300 Meter lange LNG-Tanker „Maran Gas Amorgos“, der für den Energiekonzern Uniper im Einsatz ist. Das Schiff kann Erdgas mit einem Energiegehalt von rund einer Terawattstunde transportieren – genug, um rechnerisch etwa 50.000 Einfamilienhäuser ein Jahr lang zu beheizen.

Weltweit sind inzwischen mehr als 700 LNG-Tanker unterwegs. Das tiefgekühlte Erdgas wird in stark isolierten Tanks transportiert. Ein kleiner Teil verdampft während der Fahrt durch Wärmeeinwirkung. Dieses sogenannte „Boil-off-Gas“ wird meist direkt als Treibstoff für die Schiffsmotoren genutzt, wodurch zusätzliche Energiequellen eingespart werden können.

Die Schiffe unterliegen strengen Sicherheits- und Wartungsvorschriften. Alle fünf Jahre müssen sie in ein Trockendock, wo unter anderem Rumpf, Antriebssysteme, Tanks und Sicherheitseinrichtungen überprüft und erneuert werden. Nur mit gültigen Zertifikaten dürfen die Tanker weiterhin LNG transportieren.

Branchenexperten rechnen damit, dass der weltweite LNG-Handel in den kommenden Jahren deutlich zunimmt. Vor allem die steigende Energienachfrage in Asien sowie die Bedeutung von LNG für die Versorgungssicherheit Europas gelten als wichtige Wachstumstreiber. Entsprechend wird auch die LNG-Tankerflotte weiter ausgebaut.

Kritik kommt hingegen von Umweltorganisationen wie Greenpeace. Sie warnen davor, dass der Ausbau von LNG-Terminals und Transportkapazitäten langfristig die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verfestigen könnte. Zudem verweisen sie auf Methanemissionen entlang der Lieferkette sowie auf Umweltprobleme bei der Förderung von Erdgas, insbesondere durch Fracking. Aus Sicht der Umweltschützer sollten Investitionen stattdessen verstärkt in erneuerbare Energien fließen.

APA/Red.
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