Österreichs Treibhausgas-Emissionen sind 2025 erstmals seit vier Jahren wieder gestiegen. Laut Umweltbundesamt (UBA) lagen sie bei 67,1 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten – um 0,7 Prozent mehr als 2024. Die EU-Vorgabe für die betroffenen Sektoren wurde um rund 0,8 Millionen Tonnen überschritten.
Weniger Emissionen außerhalb des Emissionshandels
Außerhalb des EU-Emissionshandels sanken die Emissionen um 2,8 Prozent. Im EU-ETS stiegen sie dagegen um 6,9 Prozent. Zuwächse gab es vor allem bei Kraft- und Fernwärmewerken sowie in der Chemie-, Zement-, Kalk- und Stahlindustrie. Das UBA führt den Anstieg vor allem auf den höheren Heizenergiebedarf und die geringere Stromerzeugung aus Wasserkraft zurück. Die schwache Konjunktur und der rückläufige Verkehr wirkten dagegen dämpfend.
Verkehr mit deutlichem Rückgang
Im Verkehr gingen die Emissionen um 6,5 Prozent zurück. Der Dieselabsatz sank um 7,3 Prozent, der Benzinabsatz stieg um 0,7 Prozent. Mit 18,2 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten bleibt der Verkehr dennoch einer der emissionsstärksten Bereiche.
Mehr Emissionen bei Gebäuden
In Energie und Industrie gingen die Emissionen zurück. In den Gebäuden stiegen sie dagegen um rund 8 Prozent. Grund war vor allem der kältere Winter. Der Heizölverbrauch nahm um 9 Prozent, der Erdgasverbrauch zum Heizen um 8 Prozent zu. Auch Landwirtschaft und Abfallwirtschaft verzeichneten leichte Anstiege.
Klimaziele in Gefahr
Eine Analyse der Universität Graz zeigt, dass die Emissionen auch ohne Wetter- und Konjunktureffekte leicht gestiegen wären. Klimaökonom Karl Steininger sieht Österreich deshalb nicht auf Kurs, die Klimaziele für 2030 zu erreichen. Das UBA fordert weitere Maßnahmen in allen Sektoren. Die Zahlen für 2025 sind vorläufig und können sich noch ändern.