Mehrheit will verpflichtende Umweltkriterien
Eine Mehrheit der Bevölkerung will Umweltkriterien bei öffentlichen Aufträgen verbindlich berücksichtigen.
Ob Krankenhäuser, Schulen, Kasernen oder Bauprojekte: Die öffentliche Hand gibt in Österreich jedes Jahr große Summen für Waren und Dienstleistungen aus. Insgesamt sind es rund 67 Milliarden Euro. Das entspricht etwa 15 bis 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Eine Integral-Umfrage unter 1.000 Personen im Auftrag von Global2000 und der Plattform Anders Handeln hat nun die Einstellung der Bevölkerung zu Umweltkriterien bei öffentlichen Aufträgen erhoben.
90 Prozent sehen Umweltbelastung als wichtig an
90 Prozent der Befragten halten eine möglichst geringe Umweltbelastung bei Herstellung, Nutzung und Entsorgung für sehr oder eher wichtig. Für 52 Prozent ist sie sehr wichtig. 77 Prozent sind dafür, dass ökologische Kriterien bei öffentlichen Aufträgen verpflichtend geprüft und berücksichtigt werden. Umweltkriterien erreichen damit in der Befragung eine ähnliche Zustimmung wie soziale Standards und ein ausgewogenes Preis-Leistungsverhältnis.
EU-Vorschlag am 9. September
Auch auf EU-Ebene steht eine Reform des Vergaberechts bevor. Die Europäische Kommission will am 9. September einen Vorschlag für einen neuen Public Procurement Act vorlegen. Zum Vergleich: EU-weit werden jährlich öffentliche Aufträge im Umfang von rund zwei Billionen Euro vergeben. Das entspricht etwa 14 Prozent der Wirtschaftsleistung.
(PA/red)