Adipositas verlagert sich in ärmere Länder
Die globale Adipositas-Belastung verlagert sich zunehmend in Länder mit niedrigerem und mittlerem Einkommen.
Übergewicht und Adipositas gehören seit Jahren zu den größten globalen Gesundheitsproblemen. Eine aktuelle Analyse internationaler Gesundheitsdaten deutet nun darauf hin, dass sich die Entwicklung in vielen Regionen verändert hat: Während sich die Zunahme in einigen wohlhabenden Ländern verlangsamt, steigt sie in vielen ärmeren und mittelentwickelten Staaten weiter deutlich an. Die im Fachjournal Nature veröffentlichte Untersuchung basiert auf umfangreichen Vergleichsdaten aus zahlreichen Ländern und zeigt damit eine klare Verschiebung der weltweiten Belastung.
Anstiegt bremst in reichen Ländern ab
In vielen Industriestaaten hat sich die Entwicklung von Übergewicht in den vergangenen Jahren spürbar verändert. Nach Jahrzehnten teils stark steigender Zahlen zeigt sich inzwischen in mehreren Regionen eine Phase der Stabilisierung. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Problem dort geringer geworden wäre. Vielmehr bleibt die Prävalenz auf einem hohen Niveau, während die Geschwindigkeit des weiteren Anstiegs nachlässt. Besonders bei Kindern und Jugendlichen lassen sich in einigen Ländern erste Anzeichen eines Plateaus erkennen.
Anstieg in Ländern mit mittlerem Einkommen
Ganz anders stellt sich die Situation in zahlreichen Ländern mit mittlerem und niedrigem Einkommen dar. Dort nimmt der Anteil von Menschen mit Übergewicht und Adipositas weiterhin deutlich zu. Besonders betroffen sind städtische Räume, in denen sich Ernährungsgewohnheiten und Lebensstile schnell verändern. Die Studie beschreibt damit eine Verschiebung der globalen Hauptlast in Regionen, die oft weniger gut auf chronische Erkrankungen dieser Art vorbereitet sind.
Kinder und Jugendliche zunehmend betroffen
Auch bei jüngeren Altersgruppen zeigen sich die Unterschiede zwischen den Weltregionen deutlich. Während in einigen wohlhabenden Ländern eine gewisse Stabilisierung zu beobachten ist, steigen die Werte in anderen Teilen der Welt weiter an. Damit wächst langfristig das Risiko für Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen in deutlich jüngeren Bevölkerungsgruppen außerhalb der klassischen Industriestaaten.
Belastung verlagert sich weltweit
Die Ergebnisse machen insgesamt eine Verschiebung der globalen Entwicklung sichtbar. Nicht das Problem selbst nimmt ab, sondern seine geografische Verteilung verändert sich. Für Gesundheitssysteme weltweit bedeutet das eine doppelte Herausforderung: stabile, aber hohe Werte in vielen reichen Ländern und gleichzeitig weiter steigende Zahlen in Regionen mit begrenzteren Ressourcen für Prävention und Behandlung.
(red)