Atmosphärische CO₂-Konzentration steigt
Trotz saisonaler Schwankungen setzt sich der langfristige Aufwärtstrend beim atmosphärischen CO₂ weiter fort.
Die CO₂-Konzentration in der Erdatmosphäre hat im April erneut einen Rekordwert erreicht. Messdaten aus internationalen Beobachtungsstationen zeigen, dass der monatliche Durchschnitt weiter gestiegen ist und damit ein neuer Höchststand verzeichnet wurde. Besonders die Messungen des Mauna-Loa-Observatoriums gelten dabei als wichtiger globaler Referenzwert. Der Anstieg fügt sich in eine Entwicklung ein, die seit Jahren nahezu ununterbrochen verläuft.
Langfristiger Trend zeigt nach oben
Seit Beginn der systematischen Messungen in den 1950er-Jahren ist die CO₂-Konzentration deutlich gestiegen. Vor der Industrialisierung lag der Wert bei etwa 280 ppm, inzwischen werden Werte von über 430 ppm gemessen. Dieser Anstieg ist vor allem auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen, insbesondere auf die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl und Erdgas sowie auf industrielle Prozesse und Landnutzungsänderungen.
Natürliche Schwankungen überlagern Trend nicht
Zwar gibt es im Jahresverlauf natürliche Schwankungen: Im Frühjahr steigen die Werte typischerweise an, weil weniger Vegetation CO₂ bindet, während im Sommer Pflanzen mehr Kohlendioxid aufnehmen. Diese natürlichen Zyklen sind weiterhin messbar, werden jedoch zunehmend vom langfristigen Anstieg überlagert. Selbst die niedrigsten Jahreswerte liegen heute über den Höchstständen früherer Jahrzehnte.
Ausstoß fossiler Energien
Der anhaltende Anstieg geht nach wissenschaftlicher Einschätzung vor allem auf menschengemachte Emissionen zurück. Besonders die Energieerzeugung, der Verkehr, die Industrieproduktion und die Zementherstellung spielen dabei eine zentrale Rolle. Trotz des Ausbaus erneuerbarer Energien steigt der globale Verbrauch fossiler Energieträger insgesamt weiterhin an oder stagniert auf hohem Niveau.
Klimatische Auswirkungen werden deutlicher
CO₂ ist das wichtigste vom Menschen verursachte Treibhausgas. Es trägt wesentlich zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei, indem es Wärmeabstrahlung bindet. Die Folgen zeigen sich bereits deutlich: steigende Durchschnittstemperaturen, häufigere Hitzewellen und Veränderungen in Niederschlagsmustern. Auch die Ozeane nehmen einen Teil des CO₂ auf, was dort zu Versauerung führt.
(red)