Klimawandel beeinträchtigt Österreichs Wälder

Häufigere Wetterextreme und der Klimawandel sorgen dafür, dass hohe Schadholzmengen künftig zur Normalität werden.

25.05.2026 14:23
red04
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Der Erhalt der Wälder bleibe laut den Österreichischen Bundesforste das wichtigste Ziel.

Der Klimawandel bleibt nach Einschätzung der Österreichischen Bundesforste (ÖBf) die größte Herausforderung für die heimischen Wälder. Das betonte Vorstandssprecher Georg Schöppl bei der Präsentation der aktuellen Unternehmensbilanz. Gleichzeitig verwiesen die Bundesforste auf wirtschaftlich stabile Ergebnisse: Höhere Holzpreise sowie steigende Einnahmen aus Vermietungen, Verpachtungen und Baurechtsverträgen sorgten für den vierthöchsten Gewinn in der Unternehmensgeschichte.

Weniger Schäden durch Borkenkäfer

Nach einem sehr trockenen Beginn des Jahres 2025 sorgten Niederschläge im Mai und im Sommer für Entlastung in Wäldern und auf Wiesen. Laut den Bundesforsten war 2025 dennoch das achtwärmste Jahr seit Beginn der Messungen im Jahr 1858. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es weniger schwere Wetterereignisse und Stürme. Auch die Schäden durch Borkenkäfer gingen zurück. Dadurch verringerte sich der Anteil des Schadholzes deutlich. Die Bundesforste nutzten die günstigere Situation, um die Holzernte im Vergleich zum Vorjahr bewusst um rund zehn Prozent zu reduzieren. Rund die Hälfte des geschlägerten Holzes bestand im vergangenen Jahr aus Schadholz. 2024 hatte dieser Anteil noch bei 75 Prozent gelegen. In den 1980er- und 1990er-Jahren lag der Anteil hingegen noch knapp unter 30 Prozent.

Schadholzanteil als „neues Normal“

Der für Forstwirtschaft und Naturschutz zuständige Vorstand Andreas Gruber erklärte, der beschleunigte Klimawandel mit häufigeren Wetterextremen führe langfristig zu mehr Schadholz. Ein Anteil von 50 Prozent sei mittlerweile „das neue Normal“. Die Österreichischen Bundesforste verwalten rund zehn Prozent der Staatsfläche Österreichs, darunter 74 größere Seen und etwa 15 Prozent der Waldfläche des Landes. Das Unternehmen befindet sich im Eigentum der Republik Österreich und ist seit 1997 aus dem Bundesbudget ausgegliedert. Tätig sind die Bundesforste unter anderem in den Bereichen Forst- und Holzwirtschaft, Jagd und Fischerei, Immobilien, Dienstleistungen sowie erneuerbare Energien.

Rückgang bei Umsatz und Gewinn

Die Betriebsleistung der ÖBf-Gruppe sank von 372,1 Millionen Euro im Jahr 2024 auf 341,5 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Das Ergebnis vor Steuern verringerte sich von 49,5 auf 42,9 Millionen Euro. Als Gründe nannten die Bundesforste die bewusst reduzierte Holzerntemenge sowie niedrigere Strompreise. Die Eigenkapitalquote lag dennoch bei 65,6 Prozent. Für das Jahr 2025 erhält die Republik Österreich eine Dividende von zehn Millionen Euro sowie ein Fruchtgenussentgelt von 13,2 Millionen Euro. Im Kerngeschäft Forst und Holz sank die Betriebsleistung bei einer Erntemenge von 1,8 Millionen Festmetern von 233,1 auf 214,8 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Steuern reduzierte sich in diesem Bereich von 1,3 Millionen auf 0,4 Millionen Euro.

Wald bleibt Kerngeschäft der Bundesforste

Trotz wachsender Bedeutung anderer Geschäftsbereiche betonten die Bundesforste die zentrale Rolle der Forstwirtschaft. Der Erhalt der Wälder bleibe das wichtigste Ziel. Rund ein Drittel der Waldflächen seien Schutzwälder. Für Forschungsprojekte erhielten die Bundesforste nach eigenen Angaben nur geringe Mittel aus dem Waldfonds. Ziel sei es weiterhin, sich wirtschaftlich selbst zu finanzieren. Die Kosten für die Bekämpfung des Borkenkäfers gingen von 9,7 Millionen auf 6,4 Millionen Euro zurück. Gleichzeitig arbeiten die Bundesforste an einem langfristigen Waldumbau: Der Anteil der Fichte soll in den kommenden Jahrzehnten von derzeit 60 auf 40 Prozent sinken. Stattdessen sollen verstärkt Lärchen, Tannen und Eichen gepflanzt werden.

(APA/red)

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