Österreichs Amphibien kämpfen mit Hitze

Für Frösche, Kröten und Molche wird es zunehmend schwierig, geeignete Laichgewässer und Lebensräume zu finden.

27.08.2026 13:56
red04
© Österreichischer Tierschutzverband

Hitze, ausbleibender Regen und sinkende Wasserstände verschärfen die Lage für Österreichs Amphibien. Gleichzeitig verschwinden Feuchtgebiete und Laichgewässer durch Entwässerung, Verbauung und intensive Landnutzung. Nach Angaben von GeoSphere Austria waren die vergangenen zwölf Monate die trockensten seit Beginn der Messaufzeichnungen im Jahr 1850. Besonders stark betroffen sind Wien, Niederösterreich und das Burgenland.

Wenn Laichgewässer austrocknen

Für Frösche, Kröten, Molche und Salamander wird der Wassermangel zum Problem, wenn Laichgewässer frühzeitig austrocknen. Fehlen zusätzlich geeignete Landlebensräume, wird es für die Tiere schwieriger, sich fortzupflanzen und neue Lebensräume zu erreichen. Die Gefährdung ist nicht neu. In der Roten Liste des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2007 sind alle heimischen Amphibien als gefährdet eingestuft. Von 21 erfassten Amphibien-Taxa gilt eine Art als vom Aussterben bedroht, sechs als stark gefährdet und 14 als gefährdet. Fachleute gehen davon aus, dass sich die Situation bei mehreren Arten seitdem weiter verschlechtert hat.

Viele Arten sind betroffen

Ein Beispiel für den Rückgang ist der Europäische Laubfrosch. In Wien und Niederösterreich gilt er als stark gefährdet, im Burgenland regional als vom Aussterben bedroht. Im Tiroler Inntal ist die Population seit den 1990er-Jahren um bis zu 50 Prozent zurückgegangen. In Vorarlberg gibt es nur noch wenige, teilweise voneinander getrennte Vorkommen. Auch bei häufigeren Arten werden Rückgänge festgestellt. Nach Angaben des Hauses der Natur Salzburg zeigen etwa die Zahlen an den Amphibienzäunen, dass die Bestände des Grasfrosches seit Jahren zurückgehen.

Weniger Lebensräume, weniger Ausweichmöglichkeiten

Neben der Trockenheit macht Amphibien vor allem der Verlust ihrer Lebensräume zu schaffen. Entwässerte Flächen, verbaute Gewässer und intensive Landwirtschaft haben viele Feuchtlebensräume verändert oder beseitigt. Gleichzeitig werden die verbliebenen Lebensräume durch Straßen und andere Hindernisse voneinander getrennt. Ein dichtes Netz kleiner, fischfreier Gewässer könnte zusätzliche Laichplätze schaffen. Daneben geht es um den Erhalt und die Renaturierung von Feuchtgebieten, mehr Wasserrückhalt in der Landschaft und sichere Verbindungen zwischen Laich- und Landlebensräumen. Auch pestizidfreie Gewässerrandzonen werden als Schutzmaßnahme genannt. Amphibien sind zudem Teil zahlreicher Nahrungsnetze. Sie fressen unter anderem Insekten und andere wirbellose Tiere und werden selbst von Vögeln, Reptilien und Säugetieren gefressen.

Viele Rote Listen nicht aktuell

Wie sich die Bestände aktuell entwickeln, lässt sich teilweise nur schwer beurteilen. Nach Angaben des Österreichischen Tierschutzvereins sind derzeit lediglich drei von 27 bundesweiten Roten Listen aktuell. Für den Amphibienschutz sind vor allem ausreichend Wasser und geeignete Lebensräume entscheidend. Kleine Teiche, feuchte Bereiche sowie Laub- und Totholzhaufen können auch im Siedlungsraum Rückzugsorte bieten. Auf Pestizide und unnötige Düngung sollte dort verzichtet werden. Kellerschächte und ähnliche Öffnungen können mit Schutzgittern gesichert werden.

(PA/red)

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