Widerstand gegen Rechenzentrum in Kronstorf

Der geplante Ausbau des Google-Rechenzentrums in Kronstorf sorgt wegen Energie- und Flächenverbrauchs für Kritik.

31.08.2026 10:12
red04
© APA/FOTOKERSCHI/WERNER KERSCHBAUMMAYR
Die Initiative „Rechenzentrum Nein Danke“ fordert neben einem Baustopp für geplante Rechenzentren in Österreich auch die Offenlegung der Baupläne und Angaben zur geplanten Nutzung der Anlagen.

„Rechenzentrum? Nein, danke!“ stand am gestrigen Sonntag auf einem Transparent am Gebäude des Google-Rechenzentrums in Kronstorf in Oberösterreich. Rund 15 Aktivisten waren für die Protestaktion auf das Gebäude geklettert. Auf Bildern sind auch Rauchfackeln zu sehen. Die Teilnehmer forderten einen sofortigen Baustopp für den weiteren Ausbau. Unterstützt wurde die Aktion von der globalisierungskritischen Organisation Attac. Der Protest richtet sich gegen die geplante zweite Ausbaustufe des Rechenzentrums in der Gemeinde im Bezirk Linz-Land.

Genehmigungsverfahren läuft

Google hat in Kronstorf bereits vor mehreren Jahren rund 50 Hektar Betriebsbaugebiet erworben. Auf dem Gelände soll der sogenannte Google-Campus entstehen. Ende Juli wurden bei der Gemeinde und bei der Bezirkshauptmannschaft die Anträge für die gewerberechtliche Genehmigung der zweiten Ausbaustufe eingebracht. Das Projekt befindet sich damit im Genehmigungsverfahren.

Kritik an Energie- und Bodenverbrauch

Die Gegner des Projekts kritisieren vor allem den erwarteten Energie- und Flächenverbrauch. In einer Aussendung von Attac ist von einem „irrwitzigen Boden- und Energieverbrauch“ die Rede. Auch der Kühlwasserbedarf großer Rechenzentren wird kritisiert. Wie hoch der Energie- und Wasserverbrauch des geplanten Standorts in Kronstorf tatsächlich sein wird, hängt von der technischen Ausführung und dem späteren Betrieb ab. Rechenzentren benötigen neben dem Strom für die Server auch Energie für Kühlung und weitere technische Anlagen. Beim Wasserverbrauch gibt es je nach Kühlsystem deutliche Unterschiede.

Forderungen nach Offenlegung

Die Initiative „Rechenzentrum Nein Danke“ fordert neben einem Baustopp für geplante Rechenzentren in Österreich auch die Offenlegung der Baupläne und Angaben zur geplanten Nutzung der Anlagen. Die Initiative lehnt insbesondere eine Nutzung für Militär- und Überwachungstechnologien ab. Gefordert wird zudem eine stärkere öffentliche Kontrolle digitaler Infrastruktur.

Steigender Bedarf an Rechenleistung

Rechenzentren bilden die technische Grundlage für zahlreiche digitale Dienste. Dazu gehören unter anderem Cloud-Anwendungen und Datenspeicherung. Auch Anwendungen mit künstlicher Intelligenz benötigen große Mengen an Rechenleistung. Mit dem Ausbau solcher Infrastruktur steigt damit auch der Bedarf an Strom und geeigneten Standorten. Bei der Bewertung von Rechenzentren spielen neben dem Energieverbrauch unter anderem der Flächenbedarf und die verwendete Kühltechnik eine Rolle.

Ausbau in Kronstorf umstritten

Die geplante Erweiterung des Standorts in Kronstorf bleibt damit umstritten. Während die Gegner einen Baustopp fordern, läuft das Verfahren für die gewerberechtliche Genehmigung der zweiten Ausbaustufe. Über die weitere Umsetzung des Projekts wird im laufenden Genehmigungsverfahren entschieden.

(APA/red)

Anzeige
Anzeige
Beitrag teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Weitere Themen